Woche 20 | Teil 1: Entspannte Tiere, entspannte Reisende | 16.014 km

Foto: Bär in Nahaufnahme im Blumenfeld

Ein Besuch in Fort Nelson

Wir fahren nach dem Frühstück erstmal zum Visitor Center in Fort Nelson. Das hat zwar keine Ausstellung, dafür gibt es aber alles mögliche an Infomaterial, zum Beispiel das Zeug, was uns der ältere Herr gegeben hat und vieles mehr. Zusätzlich gibt es offenes WLAN und Kaffee gratis. Wir kaufen noch ein paar Postkarten, in der Hoffnung, dass wir die auf dieser Reise vielleicht abschicken, bevor wir wieder Zuhause sind. Direkt gegenüber ist das Fort Nelson Heritage Museum, dort schauen wir auch noch vorbei. 10C$ kostet der Eintritt, ob sich das so gelohnt hat, wir sind uns nicht so sicher. Es ist eine wilde Mischung aus Schrottplatz, Tieraustellung und Trödelladen. Alles ganz nett, aber es gibt jetzt keine Beschreibung zu den Ausstellungsstücken oder ein System. So steht ein ausgestopfter Schwarzbär, neben alten Außenbordmotoren. Über den Motoren hängt ein nach alter Tradition gebautes Kanu. Daneben wiederum steht eine Sammlung von alten Gewehren. Hier ist ein Schrank voller alter Flaschen, dort stehen 10 Faxgeräte. Es gibt auch mehrere Gebäude und außen herum steht ein wilder Fuhrpark an Zeug. “Hauptsache alt” ist hier das Motto. Sogar eine ganze Kirche wurde vom Museum abgeholt und wird hier ausgestellt.

Fort nelson haritage Museum von außen
Das Museum von außen
Ausgestopfte Tiere im Museum. Unteranderem ein albino Elch
Der Gang mit ausgestopften Tieren
Alte Dinge im Museum, alles ganz schön chaotisch
Ehm Gerümpel?
Alte Autos in der Museums Garage
Hier stehen richtige Schätze, sogar überdacht
Blumenbett in Baggerschaufel. Schild mit Museums Motto: Preserving the Past for the future
Schicke Blümchen gab es auch
Das Kirchengebäude wurde in einem Stück hierher transportiert
Schild an der Hundetränke: Wasser für die Hunde oder kleine Leute mit niedrigen Standards. Wir verurteilen nicht.

Nach dem Museum geht es weiter entlang des Alaska Highways Richtung Northern Rocky Mountains. Es wird wieder richtig bergig und gibt einige sehr schöne Aussichten auf die Berge. Zu den schönen Aussichten läuft uns einiges an Wildlife über den Weg. Erst ein paar Caribous, dann folgt ein Stachelschwein bzw. ein Urson oder auch Nordamerikanischer Baumstachler. Die laufende Stachelkugel sehen wir leider nur im Vorbeifahren, aber später läuft uns noch einer in bester Foto-Entfernung über den Weg.

Caribou Teenager am Straßenrand
Junges Caribou im Fellwechsel
Caribou am Straßenrand
Caribou Mutti ist auch dabei
Straße schlängelt sich durch waldige Berge
Endlose Straßen durch den Norden BCs
Am Straßenrand warnt ein Schild vor Bisons
Ein Schild warnt vor Bison uns gibt das eher Hoffnung/Vorfreude
Kurzer Stopp an einer der vielen schönen Bergseen

Es hört heute gar nicht mehr auf mit den Tieren. Am Straßenrand steht einfach ein Bison und futtert sich durch den Grünstreifen. Es handelt sich hier um ein Wood Bison. Die Bisons im Grasslands National Park wollten sich ja nicht zeigen, aber der Kollege lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Wir halten trotzdem einen großen Sicherheitsabstand zu diesem respekteinflößenden Tier und bleiben im Auto.

Bison steht am Straßenrand und schaut in die Kamera
Bison unscharf, aber mit Gesicht
Bison grast am Straßenrand
Bison futtern den Grünstreifen ab

Bretti meint: “Jetzt fehlt eigentlich nur noch ein Bär”. Kanada will heute angeben, deswegen ist direkt nach dem Bison ein Schwarzbär am Straßenrand unterwegs. Es folgen noch zwei weitere bis wir am Stellplatz ankommen. Seid dem Baumstachler sind wir nur 16 km gefahren. Ganz schön was los hier, liegt das daran, dass wir etwas später unterwegs sind? Mittlerweile ist es 18:35 Uhr. Dämmerung ist hier aber noch lange nicht. Naja, wir freuen uns sehr.

Schwarzbär in der Blumenwiese
Schwarzbär Nr. 2 am Straßenrand
Schwarzbär näher dran in Blumenwiese
Schwarzbär Nr. 3

Unser Stellplatz ist heute am Liard River. Vorher geht es noch einen kleinen matschigen Weg durch den Wald und dann noch eine ordentlich steile Stelle runter ins Flussbett. Bretti fährt heute schon fast die ganze Zeit und so sammelt sie nun die ersten Erfahrungen im Fahren in der Untersetzung auf etwas offroadigerem Weg. Auto und Menschen sind heil angekommen, davon wird es in Zukunft mehr geben.

Bären Abdrücke am Flussufer
Bärentatzenabdrücke am Flussufer
Blick zurück zur Straße mit der Brücke über den Fluss
Blick zurück zur Straße

Wir trinken noch ein Bierchen am Wasser und dann verstecken wir uns vor den Mücken im Volvo. Morgen geht es nur die 4 km zu den Liard Hotsprings auf der anderen Seite des Flusses.

Heiße Quellen und Ruhe

Wir frühstücken noch mit Flusssicht, schmieren uns ein paar Brote und dann geht es mit dem Auto zu den heißen Quellen. Die beiden Becken sind sehr natürlich gestaltet und für jeden ist ein Temperaturberreich dabei. Ganz oben sehr, sehr heiß und weiter unten schon fast kalt. Wir haben unser Auto am umzäunten Campingplatz zurück gelassen. Hier gibt es viele Bären, deswegen wurde ein Elektrozaun um den Campingplatz gezogen. Die Quellen erreicht man über einen 500 m langen Bohlenweg durch den Sumpf. Die Quellen liegen außerhalb des Zauns, darum ist hier Essen und alles, was Bären anlocken könnte, verboten. Wir entspannen bis wir unsere vier Wasserflaschen ausgetrunken haben in den Quellen und laufen für einen kleinen Snack zurück zum Auto.

Steg führt durch das Sumpfgebiet
Bolenweg durch den Sumpf
Bretti am Tor im elektrozaun mit schockiertem Gesichtsausdruck
Bretti am Elektrozaun. Schockierend

Wir entspannen noch etwas im Auto und dann geht es zurück zu den Quellen. Diesmal erkunden wir auch den Kaltwasserzulauf. Unter den Ästen und Wurzeln wirkt das alles sehr mystisch. An der Kaltwasserquelle angekommen ist es dann aber doch etwas sehr kalt und es geht zügig zurück in die wärmeren Bereiche. Im Laufe des Tages hat sich der Badebreich schon gefüllt, aber es findet sich ausreichend Platz für jeden. Diesmal bleiben wir nicht ganz so lange und fahren bald zurück zum Stellplatz am Fluss

Chris und Bretti Selfi im zugewucherten Fluss
Selfie im Kaltwasserzufluss
Bretti schaut ins herein fallende Licht aus dem Wasser
Der Teil wirkt richtig urig
Bretti schwimmt zurück zum warmen Teil umgeben von Wald
Auf dem Rückweg in dem warmen Bereich weitet sich das Becken auch wieder

Am Stellplatz mündet ein kleinerer Fluss in den Liard River. Auf dessen anderer Seite futtert sich ein Baumstachler (viel coolere Bezeichnung als Stachelschwein) durch die Uferbegrünung, als wir ankommen. Es schaut kurz rüber, lässt sich insgesamt aber nicht vom Volvo oder uns stören.

Stachelschwein isst Pflanze
Baumstachler haben orangene Zähne
Absolut putzige Viecher

Hier duschen wir uns ordentlich ab, das heiße Quellwasser hat schon einen eindeutigen Schwefelgeruch. Den Rest des Tages entspannen wir einfach nur. So stellt man sich einen Ruhetag vor.

Aussicht aus dem Volvo um 23:30, sehr dunkel ist das nicht
Um 23:30 Uhr ist es hier immer noch nicht so richtig dunkel

Ruhetag light

Man mag es kaum glauben, aber wir hängen direkt noch einen Ruhetag dran. Zumindest fahren wir heute nicht weiter. Entsprechend starten wir mit einem Sektfrühstück und dann gibt es einen weiteren Call mit einem Kumpel, der uns Anfang September besuchen kommt. Für uns ist es 11:00 Uhr vormittags, für ihn 20:00 Uhr. Zeitverschiebung ist schon was wildes. Es wird sicherlich spannend, zu dritt im Volvo unterwegs zu sein. Wir freuen uns auf jeden Fall schon sehr darauf. Die Zeit verfliegt ziemlich schnell und da er am nächsten Tag arbeiten muss, legen wir zeitnah auf. Nun haben wir Zeit für etwas Haushalt. Es regnet schon den ganzen Vormittag und dabei fällt uns auf, dass es minimal in unseren Vorratsschrank regnet. Ungünstig. Wir haben beim Restaurieren schon unzählige Löcher im Dach geflickt, scheinbar nicht gut genug. Naja, kann man erstmal nichts machen, Handtuch drunter und gut, es ist zum Glück nicht viel. Es wird weiter am Blog geschrieben und Beiträge vertont.

Die regen Wolken hängen sehr tief über dem Fluss und verhüllen die Berge
Regenwolken hängen sehr tief im Tal

Als es aufhört zu regnen, klettert Chris aufs Dach. Er findet auch einen Riss, der die Ursache für das Wasser im Schrank sein könnte. Das versuchen wir bei Zeiten abzudichten. Da es momentan nicht viel regnet, haben wir da keine Eile. Es soll den restlichen Tag trocken bleiben, also geht es jetzt ans Holzmachen fürs Lagerfeuer. Die Kettensäge liefert wieder gute Arbeit und natürlich machen wir zu viel Holz. Während wir fleißig sind kommt eine Familie zum Angeln vorbei. Ihr Golden Retriever bellt unseren Staubsauger an (im Volvo wird der Boden sonst schnell zur Sandkiste), sonst aber alles entspannt. Auf der Suche nach weiterem Feuerholz merken wir, dass sie ihren Pickup die ganze Zeit haben laufen lassen. Absolut unverständlich sowas, alleine wegen der Spritpreise. Nach ein paar Stunden verschwindet die Familie dann auch wieder und wir machen uns ans Grillen.

Bretti sitzt auf der campingbank vor dem Volvo an der feuerschale und neben ihr rauscht der Fluss
Grillen aus der Distanz

Die Würstchen werden zum Teil gegrillt und zum anderen Teil geräuchert, das Holz ist natürlich nicht richtig trocken. Der Rauch vertreibt immerhin die Mücken und wir haben einen entspannten Abend. Im Laufe des Abends kriechen die Wolken über die Berge gegenüber, das sieht ganz cool aus, so richtig einfangen konnten wir das aber nicht.

Der Berg auf der anderen Flussseite ist völlig in Wolken verhangen
Wolken verhüllen die Gipfel und im Vordergrund wird ein baum von der Sonne beschienen
Die Wolken schleichen sich über die Berggipfel

Nach den zwei Tagen ohne wirklich Auto zu fahren, ist die Batterie vom Volvo relativ leer. Da fällt uns in der App auf, dass die Solaranlage auch seit fünf Tagen keinen Strom mehr liefert. Sowas sieht man natürlich immer erst, wenn die Batterie leer ist… Für die Nacht wird es schon noch reichen und morgen fahren wir eh weiter.

Während wir am Feuer sitzen, denken wir uns, dass wir einen Bären bei den Geräuschen der Flüsse eh nicht kommen hören würden und er uns vermutlich auch nicht. Hoffentlich schreckt die der Feuergeruch eh erstmal ab. Mit diesen entspannten Gedanken beenden wir den Teil hier und wie es weiter geht, lest ihr dann im zweiten Teil.

Volvo am Flussufer im Sonnen untergang
Wurden wir an diesem Platz doch von Bären gefressen? Lest mehr in Teil 2

Frage an die Lesenden: Nutzt jemand einen Screenreader bzw. ist auf Alternativtexte der Bilder angewiesen?

Comments

2 responses to “Woche 20 | Teil 1: Entspannte Tiere, entspannte Reisende | 16.014 km”

  1. Britta Avatar
    Britta

    Die Bärchies und Baumstachler sind schon sehr niedlich ^^ Schön, dass sie sich auch gut fotografieren lassen.

    1. Chris und Bretti 🦬🐻 Avatar
      Chris und Bretti 🦬🐻

      Man würde sie am liebsten knuddeln. 😍 Gut, dass man weiß, dass man das lassen sollte. 😅

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