Author: Chris & Bretti

  • Woche 11 | Wolkig mit Aussicht auf Autoteile

    Woche 11 | Wolkig mit Aussicht auf Autoteile

    Wir hatten eine ruhige Nacht mitten in Québec. Zwischendurch haben ein paar Jugendliche die laue Nacht genossen und waren laut, sie wurden dann aber zügig durch auftauchendes Blaulicht vertrieben. Uns im Auto hat vermutlich niemand bemerkt. Der ganze Morgen ist verregnet und so machen wir uns im Regen auf zu unserem Frühstück. Wir hatten online einen Tisch im Au Petit Chalet reserviert. Das ist eine kleine Kette mit typisch kanadischem Essen. Entsprechend gab es ein sehr “gesundes” Frühstück: Poutine (dicke Pommes mit Bratensoße und Käse) dazu Sauce Hollandaise mit Rührei, Bacon und Knobibrot. Als süße Ergänzung gab es noch Crêpe mit Apfel und Ahornsirup. Wir haben uns zwei normale Portionen geteilt und es war wie immer viel zu viel. Dazu gab es für Chris Kaffee, der war zwar nicht so gut, dafür aber unschlagbar günstig. Für 2C$(1,2€) gab es unendlich viel Kaffee.

    Voll gefuttert machten wir uns durch den Regen zurück zum Auto. Québec hat überall alte Gebäude, praktisch wenn nicht alles in einem Weltkrieg zerbombt worden ist und so kamen wir auch noch an diesem Schlösschen vorbei.

    Chris im Regen vor einem der vielen alten Gebäude in Québec City

    Während wir frühstücken waren ist auch unser Paket in Québec angekommen. Wir müssen 50€ Zoll und Steuern bezahlen. Im Gegensatz zu den anderen Paketen aus den USA, steht bei DHL nur, dass wir eine Gebühr bezahlen müssen, aber nicht wo. Während Bretti uns zurück zum Volvo fährt, ärgert sich Chris mit den verschiedenen DHL Webseiten rum. Am Ende ist die Gebühr bezahlt und nachdem wir das Auto abgegeben haben, taucht das auch im Paketstatus auf. Jetzt kann die Auslieferung ja nicht mehr lange dauern.

    Zurück auf unserem “Campingplatz” passiert nicht mehr viel spannendes. Nachdem alles wieder eingeräumt ist, macht Chris noch einen Zitronenkuchen und wir genießen unser Zuhause. Gerade mit dem ganzen Regen heute, sind wir sehr froh über die Größe unseres mobilen Zuhauses.

    Waschtag again

    Wir wollen uns heute wieder ein Auto von der Werkstatt leihen, um Wäsche zu waschen. In dem Zuge informiert Bretti die Werkstatt auch, dass das Paket schon in Québec durch den Zoll sei und eigentlich zeitnah ankommen müsste, ist ja Express-Versand und so. Sie seien bereit und würden, wenn die Teile da sind, direkt mit dem Getriebe anfangen und danach das Auto reinholen.

    Dieses mal bekommen wir nicht so einen modernen Flitzer sondern einen etwas runter gerockten Kia. In der Frontscheibe ist ein riesiger Riss, aber immerhin fällt nichts ab. Man sieht auf den Straßen hier schon sehr mitgenommene Fahrzeuge. Fehlende Karrosserieteile, kaputte Scheiben und co scheinen hier kein Problem zu sein.

    Wir fahren wieder zum Rasthof und können wieder sehr günstig waschen.

    Ganz normal großer Wohnwagen, mit ganz normalen drei Klimaanlagen am Rasthof, zwei Seitenteile sind übrigens auch noch ausziehbar.

    Zurück am Volvo hängen wir die Sachen, die nicht in den Trockner können, in der Fahrerkabine zum Trocknen auf, die braucht ja gerade eh keiner und dient als Abstellkammer.

    Es wird noch etwas Grundputz erledigt und Kuchen gegessen. Bevor es wieder regnet machen wir noch einen kleinen Spaziergang durch “unser Viertel”. Den Rest des Tages wird entspannt, gelesen und gedaddelt.

    Paketstatus Chaos

    Die Temperaturen kühlen leider wieder merklich ab. Heute sind nur 12°C und Morgen nur 9°C angesagt. Dazu gibt es immer wieder Regen und kaum Sonne. Das sorgt leider auch dafür, dass unsere Wäsche kaum trocknet. So wirklich schlimm ist das aber nicht, wir haben ja Zeit. So verbringen wir den Tag wie der letzte aufgehört hat mit lesen, daddeln und co. Mal im Volvo, mal im Warteraum der Werkstatt, Abwechslung (und unbegrenztes Internet) muss sein.

    Das einzige spannende ist der Status unseres Paketes. DHL ist recht informativ, was mit dem Paket passiert. So sehen wir heute, dass das Paket gestern sortiert wurde und die DHL-Anlage in Québec verlassen hat. Mittwoch ist es dann in der “Zustellbasis” angekommen, um 5 Minuten später wieder in der Sortieranlage in Québec anzukommen. Im Laufe des Tages wird es dann an einen Drittanbieter weitergeleitet, um nachmittags noch zwei Mal in der DHL-Anlage in Québec einzutreffen. Wir sind sehr gespannt, ob das Paket die letzten 200km zu uns jemals schafft. Es ist recht bezeichnend, dass DHL das Paket aus Bordesholm bis nach Québec und durch den Zoll innerhalb von 3 Tagen bekommt, aber dann mehrere Tage benötigt, um es zuzustellen. Wir hätten das Paket in Québec sonst auch abgeholt. Naja man merkt wir sind etwas genervt.

    Wenn man genervt ist, hilft nur eins: Kuchen. Also backt Chris wieder Zitronenkuchen. Zu unserer Verteidigung muss man sagen, dass der erste Kuchen nur 2/3 des Rezeptes war😇 Diesen Fehler wiederholen wir nicht, auch wenn unser Omnia Ofentopf dafür eigentlich etwas zu klein ist. Naja Kücheputzen ist eh wieder mal fällig. Der Tag endet mit einem Drei-Gänge-Menü aus Nudeln mit Tomatensoße von gestern, Lauch-Hack-Creme-Suppe und Zitronenkuchen.

    Chris probiert neue Frisuren aus.

    Ein Paket ist erschienen

    Auch wenn der Paketstatus das nicht anzeigt, kommt das Paket morgens wirklich an. Somit sogar einen Tag schneller als anfangs angegeben und hat jetzt genau so lange nach Québec gebraucht wie von Québec zu uns. Naja hoffentlich ist alles dabei und passt auch. Sonst passiert hier nicht viel. Natürlich lässt die Werkstatt nicht direkt alles stehen und liegen und fängt mit unserem Getriebe an, sondern es geht erst Montag los. Immerhin haben wir Hoffnung, nur noch dieses Wochenende hier auf dem Platz zu verbringen, drückt uns die Daumen. Wir nehmen noch ein paar andere Sachen aus dem Paket, so können wir am Wochenende noch andere kleine Arbeiten am Volvo machen.

    Wir verbringen Donnerstag und Freitag so wie die letzten Tage. Wir hören zwischendurch immer recht viel Podcast. Dabei spielt Chris Minesweeper, wobei er immer wieder flucht, weil er eine Bombe erwischt. Natürlich nicht weil er sich vertut, sondern weil das markieren von Bomben auf dem Tablet einmal lange drücken ist, was eher mittelmäßig gut funktioniert. Dass das daran liegt, glauben wir jetzt mal.

    Wir wären ja kein Foodblog, wenn nicht auch schon die nächste Schlemmerei anstehen würde. Deswegen legt Bretti Tofu und Paprika in einer Butterchickensoße für Morgen ein.

    Samstag ist Arbeitstag

    Heute wollen wir ein paar kleine Projekte am Volvo umsetzen. Das Wetter ist sonnig und angenehm warm. Wir organisieren noch ein paar Dinge im Baumarkt nebenan und dann geht es los. Bretti baut eine Regenrinne für unsere Motorabdeckung. Der Motor sitzt genau unter dem Spalt zwischen Fahrerkabine und Wohnkoffer. Dass das bei Regen nicht optimal ist, war auch den Fahrzeugdesignern bei Volvo klar, also haben sie eine Abdeckung gebaut, wodurch der Regen abgeleitet werden soll. Diese ist aber unserer Meinung nach zu kurz und so läuft der Regen auf das hintere Ende des Motors. Dem Motor ist das vermutlich egal, aber da sitzt auch der Zündverteiler. Elektronik und Wasser sind auf Dauer keine super Kombination. Wir haben schon viel überlegt und Bretti setzt das nun in die Tat um. Mal schauen wie gut das funktioniert, der nächste Regen wird schon kommen.

    Hoffentlich läuft das Wasser jetzt links am Motor vorbei. P.S. unten an der rostigen Scheibe sitzt eigentlich unser Getriebe.

    Chris lackiert währenddessen ein paar Stellen mit der geschenkten Farbe nach und checkt die Ölstände in den Portalgetrieben und den Differenzialen. Alles unauffällig, außer dass ein Portal weniger Öl hat. Das wird nachgefüllt und nun regelmäßig überprüft. Direkt scheint das Öl zumindest nicht rauszulaufen. Dabei tropft Chris ein bisschen Öl in den Bart, gut dass er den Geruch mag. Bretti eher nicht so.

    Das Wetter ist gut, deswegen darf auch in der Sonne entspannen nicht zu kurz kommen. Nach 1-2 Bierchen zerlegt Bretti noch den Schrank, in dem unser Wassertank steckt, um zu schauen, ob sich dort Schimmel/Feuchtigkeit ausbreitet. Hier ist aber alles wunderbar trocken. Schön, dass es auch mal positive Nachrichten gibt.

    Zerlegen des Schrankes aus der First Bretti Perspektive
    Bierchenpause in der Sonne
    Hier kommt zum Glück auch direkt Nachschub
    Nachlackierte Fahrerkabine. Die Kabine ist zum Glück verzinkt, rostet also nicht, aber irgendwie löst sich der originale Lack an einigen Stellen trotzdem.

    Durch das warme Wetter ist unsere Wäsche auch endlich trocken, aber wir genießen lieber das Wetter. Die Wäsche hängt da morgen ja immer noch.

    Sonntag oder eher ein ohne Sonne Tag

    Nach dem arbeitsreichen Tag gestern, gehen wir es heute ruhig an. Es ist auch wieder regnerisch also bleiben wir im Auto. Wir schreiben diesen Blogbeitrag, sortieren Fotos, es wird etwas geputzt und Chris macht mal wieder Applecrumble. Die von uns gekauften Äpfel schmecken leider nicht so dolle, aber für Kuchen wird es schon gehen.

    Unsere Pumpe läuft wieder immer mal an, entsprechend kommt irgendwo Luft ins Wassersystem. Das hatten wir am Anfang der Reise die ganze Zeit, aber das hatte vor ein paar Wochen aufgehört. Da es an keiner der Verbindungsstellen undicht ist, wissen wir auch nicht wirklich, was wir damit anfangen sollen. Entweder ist der Schlauch irgendwo ganz leicht undicht, wo wir den nicht sehen oder die Wasserhähne sind minimal undicht. Bei beidem können wir nicht wirklich was machen. Also weiter beobachten. Im Laufe des Sonntages bringen immer wieder Leute ihren Müll hier auf dem Platz vorbei und werfen den in die Container der Werkstatt. Da ist alles bei, vom normalen Hausmüll bis zum Autokindersitz. Die Container sind videoüberwacht, entsprechend scheint es die Werkstatt nicht zu stören. Spannend zu beobachten, was hier so angeschleppt wird, ist es trotzdem.

    Mit einem Foto vom Schoko Apple Crumble entlassen wir euch nun für diese Woche. Auf dass wir nächste Woche wieder spannenderen und vielleicht sogar reisebezogenen Content liefern können.

    Crumble Crumble
  • Woche 10 | Teil 2: Walk 500 miles

    Woche 10 | Teil 2: Walk 500 miles

    Auf geht’s, ab geht’s, vier Tage Kurztrip

    Die gute Nachricht an unserem Morgen, alle Pakete sind in Schillsdorf angekommen. Wir organisieren den Versand und unsere lieben Menschen zuhause packen das Paket. DHL verspricht eigentlich 1-3 Tage Expressversand aber schon beim Eingeben der Adressdaten steht beim Lieferdatum Ende nächster Woche. Hilft ja alles nichts, wir hoffen mal, dass das schneller geht. Auch wieder ein Schnäppchen mit nur 150€ für den Versand (Das ist ein Viertel Zahnrad 😉).

    Chris fällt ein, dass er ja ADAC Mitglied ist und schaut erstmal, was für Möglichkeiten uns das bringen könnte. Theoretisch zahlen sie anteilig die Abschleppkosten, Mietwagen und sogar Ersatzteilversand. Die Mitarbeiterin an der Hotline meint auch, dass uns das zusteht, aber ihr System zeigt ihr das gerade nicht an. Wir sollen die Rechnungen einfach mal alle einreichen. Sie musste schon sehr mit der Software kämpfen, um unseren Fall mit den kanadischen Daten einzugeben.

    Wir packen unsere Sachen zusammen und laufen den einen Kilometer zur Autovermietung. Der Wagen soll nun doch noch etwas mehr kosten als wir dachten, vermutlich standen online wieder mal nicht die Steuern. Wir bekommen einen Mazda 3 Coupé in rot, extra schnell (s. https://wh40k.lexicanum.com/wiki/Ork_Vehicle_Upgrades# Stichwort “Red Paint Job”). Das Auto ist von 2025, hat allen modernen Schnickschnack und ist somit das Gegenteil von unserem Volvo. Wir fahren zurück zum Volvo und packen alle unsere Sachen ein, der Kofferraum ist überraschend geräumig. Es ist ein sehr komisches Gefühl, den Volvo nach 9 Wochen zurück zu lassen. Hoffentlich geht es bald wieder mit dem Volvo weiter.

    Unser Gefährt für die nächsten 4 Tage.

    Nun starten wir erstmal mit dem Leihwagen Richtung Québec City. Der Highway ist hier vierspurig und sehr breit mit einer Maximalgeschwindigkeit von 90 km/h. Das fühlt sich super langsam an, wir verstehen gar nicht, was die Leute immer haben, wenn wir mit 70km/h rumschleichen, so viel schneller sind die 90 doch auch nicht. Zu schnell fahren hier trotzdem alle, so dass wir auch mit dem modernen Auto die langsamsten sind. Dadurch kommen wir auch in den Genuss, von vielen Pickups überholt zu werden. Im Mazda sitzen wir jetzt so tief (also normal), dass unsere Köpfe auf der Höhe von deren Radkästen sind, gar nicht mal so angenehm. Wir verstehen, dass sich die Leute hier dann auch SUV und Pickups kaufen, um höher zu sitzen. In diese Teufelsspirale einzusteigen, ergibt für uns aber keinen Sinn. Sagt sich natürlich leicht, wenn man sonst mit dem Volvo rumfährt.

    Die Straße führt durch eine flache Kulturlandschaft, immer entlang des St Lorenz Stroms. Wir haben den Wagen recht spät abgeholt, damit wir ihn nicht so früh am Tag wieder abgeben müssen. Dadurch sind wir zur perfekten Feierabendverkehrszeit in Québec City und stehen erstmal im Stau. Québec ist unsere erste wirklich große Stadt in Kanada, diese wollen wir uns aber erst auf dem Rückweg anschauen. In Québec gibt es die erste Brücke über den St Lorenz Strom und entsprechend viel Verkehr. Wir überqueren hier auch den Strom und folgen dem anderen Ufer wieder Richtung Mündung. Auf dem Weg halten wir bei McDonalds, eigentlich wollen wir hier nur parken, sind aber mittlerweile zu hungrig, um dem Geruch nach frischen Pommes zu widerstehen. Also gibt es erstmal Poutine (ja das gibt es hier wirklich überall) und Nuggets. Frisch gestärkt geht es zu Fuß zum Montmorency Wasserfall. Québec hat wohl einen der spektakulärsten städtischen Wasserfälle. Die Hälfte der Anlage ist wegen Wartungsarbeiten geschlossen, praktisch für uns, so müssen wir keine 18C$ Eintritt bezahlen. Leider können wir so auch nicht die ganzen Treppen bis zum Fuß des Wasserfalls und zurück laufen. In bester Nordamerika-Manier werden wir mit dem Auto auf dem Rückweg zum unteren Parkplatz fahren. Ohne Eintritt lohnt sich der Besuch auf jeden Fall und wir genießen den spektakulären Blick bei Sonnenuntergang auf der Hängebrücke direkt über dem Wasserfall.

    Wasserfall mit schlauem Kommentar. Was meine ich wohl?

    Wir fahren noch 20 Minuten weiter zu einem Naturlehrpfad, um dort zu übernachten. Der Weg ist kurz aber nett gemacht, leider ist alles nur auf französisch. Brettis Spezial-Vokabular in Bezug auf Feuchtgebiete und ihre Bewohner ist dann doch etwas begrenzt. (Kommentar von Chris: Aber es gibt schöne Bilder.) Nach dieser kleinen netten Runde richten wir uns für die Nacht im Auto ein. Wir haben vor, auf den zurückgeklappten vorderen Sitzen zu schlafen, mal sehen wie das wird. Zum Einschlafen hören wir noch etwas Podcast auf Chris Handy, welches inzwischen sogar die Werbung bei Spotify auf polnisch abspielt. Es scheint keine andere Möglichkeit zu geben, wir lernen wohl jetzt polnisch.

    Wir teilen uns den Platz mit einem Schweizer Camper, der ist aber schon früh wieder unterwegs.

    Das Motto heißt Baguette

    Die erste Nacht war so naja. Chris schläft eh nie so viel, sein Kopf gibt keine Ruhe und Bretti hatte Probleme eine Position zu finden, in der ihr nicht die Beine einschlafen. Die nächste Nacht wird bestimmt besser. Grundsätzlich haben wir auch ein Zelt dabei, mal schauen ob wir dafür ein Platz finden. Ausnahmsweise gibt es kein dekadentes Frühstück sondern nur Apfel und Schokobrötchen. Wir brauchen etwas, um das Chaos zu beseitigen und fahren dann in den nächsten Ort zu einer Bäckerei. Diese ist ein Crossover aus einer Bäckerei wie bei uns und einem Diner. Die Sitze und der Tresen sind so angeordnet wie bei einem Diner, aber es gibt belegte Baguettes und Kaffee. Es ist erst das zweite Mal in Kanada, dass wir Getränke nicht in Pappbechern bekommen, sondern in Keramikbechern. Der Kaffee ist sehr gut und es gibt richtig gutes Baguette. Das wollten wir eigentlich mitnehmen, aber nach dem die Getränke leer sind ist auch das halbe Baguette verschwunden. Wir kaufen noch ein zweites. Leider ist das die einzige Fiale und es ist keine Kette wie sonst alles hier. Wir werden auf dem Rückweg unseres Kurztrips nochmal hier vorbei schauen.
    Frisch gestärkt geht es nach Tadoussac. Wir folgen weiter dem St Lorenz Strom und stoppen immer mal wieder um die Aussicht an der Küste zu genießen. Kurz vor Tadoussac geht es mit einer kostenlosen Fähre über den Saguenay Fjord. Ob den Preis hier auch der Kaiser bestimmt hat? (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Nord-Ostsee-Kanal#Touristik)

    Aussichtspunkt mit Blick auf die Fähre.

    In Tadoussac machen wir nur eine Rundfahrt mit unserem Wagen. Es ist eine ziemliche Touristenfalle mit Parkgebühren bis zu 20C$. Vielleicht tappen wir auf dem Rückweg noch in diese Falle, die Cafés am Hafen sahen schon echt nett aus.

    Die Grundlage des Ortes ist dieses Hotel. Früher kam man per Ausflugsschiff, heute kann man auch mit dem Auto vorbeifahren.

    Direkt hinter dem Ort geht es für uns in ein privates Naturschutzgebiet. Die Anwohner haben hier selber ihr Land in ein Schutzgebiet umgewandelt. Hier machen wir eine kurze aber sehr abwechslungsreiche Wanderung zum Point Rouge. Es gibt Passagen im sehr nassen Wald, Schotterstraße, Felsenkletterei, steilen Küstenwald und etwas Strand. Hier machen wir eine Pause und essen unser Baguette mit Frischkäse im Windschatten eines Felsens. Der St Lorenz Strom ist für Whalewatching bekannt, leider zeigt sich uns keiner.

    Auch mit Fernglas sind keine Wale zu sehen.
    Sicht auf das Hotel von Tadoussac
    Die Haare sind hier ein guter Windanzeiger.

    Jetzt geht es weiter zum eigentlichen Ziel des Tages, den Dünen von Tadoussac. Wir wissen nicht genau, ob das hier als Düne zählt, beeindruckend sieht es aber aus. Der neu angelegte Weg zum Strand erlaubt eine richtig tolle Sicht auf die Düne und die Bucht. Bei bestem Wetter genießen wir die Aussicht.

    Es ist noch nicht sehr spät, also lassen wir uns hier viel Zeit. Während wir dort sitzen kommt die Flut. Diese steigt hier so schnell, dass man sehen kann wie sie eine Sandbank nach der anderen verschlingt. An einem Aussichtspunkt gibt es eine Kolibri-Tränke und wir sehen sogar kurz einen, vermutlich einen Rubinkehlkolibri.

    Bretti lässt die Merlin Bird ID App den Vogelgesang identifizieren.

    Morgen soll es in den Saguenay Fjord National Park gehen, der ist nicht mehr weit weg und wir suchen uns einen Übernachtungsplatz in der Nähe. Der Weg führt uns direkt über eine schlechte Schotterstraße, perfekt für unseren tief liegenden Leihwagen. Die Plätze hier sind alle nicht so dolle und liegen nah an der Straße, aber wird schon passen für die eine Nacht.

    Die Blümchen haben wir auf der Straße gefunden, sie sind zu einem kleinen Dekoelement geworden.

    Ganz schön viele Federn an diesen Belugas

    Wir sind ja nun ohne unser Starlink unterwegs und auf LTE angewiesen, was in Kanada ziemlich nutzlos ist. Meistens reicht es nicht mal für Google Maps. Wir finden trotzdem zum Fjord-du-Saguenay National Park. Hier müssen wir jeweils 10C$ Eintritt bezahlen, weil das ein Nationalpark der Provinz Québec ist und nicht zu Parcs Canada gehört. Diesmal ist das Häuschen am Eingang des Parks sogar besetzt. Wir parken am Visitor Center und können dort erstmal ganz viel über die ansässigen Belugas lernen. Leider erfahren wir auch, dass ihre Hauptzeit hier vor Ort im Juli und August ist, aber vielleicht haben wir ja Glück, denken wir uns und wandern zum Beluga Aussichtspunkt. Auf dem Weg sehen wir ein paar Streifenhörnchen, viele verschiedene Vögel und wir lernen was über die Geschichte des ehemaligen Dorfes hier.

    Wie süß ist dieses Streifehörnchen bitte?
    Ein Black-Throated Green Warbler.
    Vermutlich ein Weibchen eines Downy Woodpeckers oder Hairy Woodpeckers.
    Der Weg zum Aussichtspunkt.

    Der Aussichtspunkt ist sehr schön gestaltet. Wir machen hier eine kleine Pause. Leider zeigen sich keine Belugas, dafür weitere Vögel auf dem Wasser.

    Aussicht auf den Fjord Saguenay.
    Neuer Co-Working-Space? LTE-Empfang hat man hier sogar.

    Dann entscheiden wir uns, noch zum nächsten Aussichtspunkt in 2 km Entfernung mit Blick auf die Insel St Louis zu laufen. Der Weg war bisher sehr entspannt, von daher werden die paar Kilometer mehr auch kein Problem sein, denken wir uns. Tja… Von dem Aussichtspunkt soll man einen schönen Blick auf den Fjord haben, dementsprechend geht es aber auch steil den Berg hinauf, gar nicht mehr so entspannt. Zu Beginn des Weges sehen wir zwei Schlangen. Es wird wohl Zeit, sich mal über etwaige Giftschlangen in Kanada zu informieren. Die Schlangen posieren ruhig für ein paar Fotos und schlängeln dann ihrer Wege. (Anmerkung: Später finden wir heraus, dass es sich wahrscheinlich um Strumpfbandnattern gehandelt hat. In Kanada gibt es keine für den Menschen gefährliche Giftschlangen.)

    Die Schlange ist ca. einen halben Meter lang.

    Wie es sich für eine richtige Wanderung gehört, folgt hier ein Elchkackehaufen auf den anderen. Wir suchen uns unseren Weg durch die Elchkacke und kommen doch recht erschöpft am Aussichtspunkt an. Immerhin haben wir den diesmal gefunden, nicht so wie beim Cape Split. Die Aussicht ist schön, unterscheidet sich aber nicht sehr vom vorherigen Aussichtspunkt. Es zählt ja aber auch die sportliche Betätigung beim Wandern.

    Blick auf die Insel St Louis und auf den Saguenay Fjord

    Auf dem Rückweg zählen wir die Elchkackehaufen, Ergebnis 63. Von den 5 km Strecke liegt nur auf maximal 1 km Kacke, eher in kleinen Gruppen als einzeln. Das kann aber auch an einer scheinbaren Vorliebe der Elche für gerade Wegabschnitte liegen. Ob das alles von einem Elch oder mehreren kommt, können wir nicht sagen. Es bleiben noch viele Fragen offen. Wir werden wohl versuchen, Forschungsgelder für eine intensive Studie zu beantragen.

    Zurück am Auto sind wir ziemlich platt. Jetzt geht es wieder ein Stück zurück Richtung Québec City, welches wir uns morgen anschauen wollen. Wir machen noch einen Tank- und Einkaufsstopp und dann geht’s zum Übernachtungsplatz. Es sind noch 200 km bis Québec, aber so wirklich motiviert heute noch viel Strecke zu machen, sind wir nicht. Von daher tut es ein Platz an einem See und wir genießen unser Abendessen gemütlich an der Badestelle.

    In die Schlafsäcke gekuschelt. Für Chris Sommerschlafsack ist es teils noch etwas kalt, aber dafür haben wir noch eine Wolldecke am Start.

    Auf nach Québec City

    Auf dem Weg nach Québec City halten wir nochmal an der Baguette-Bäckerei, trinken Kaffee und kaufen Baguette und Brot. Dann düsen wir weiter, wir hatten uns vorher einen Parkplatz in der Innenstadt rausgesucht, auf dem wir übernachten wollen. Im Außenbereich der Stadt fahren wir an dem Wasserfall vorbei. Auch von unten sieht der sehr spektakulär aus.

    Autofahrt mit geistreichen Kommentar

    Wir nähern uns der Innenstadt über die 6-spurige Autobahn, die erstaunlich leer ist. Der erste Parkplatz ist leider voll, aber wir haben zum Glück noch einen Alternativplatz, der sogar noch angenehmer ist. Wir stehen neben einem Museum in einer Sackgasse direkt am Park der Zitadelle. Angekommen machen wir im Park erstmal eine Baguette-Pause. Währenddessen entdeckt Bretti ein flauschiges Tier, das sich Löwenzahn reinmümmelt. Es sieht irgendwie aus wie ein Murmeltier, das hat doch aber eigentlich nichts in der Stadt zu suchen oder? Vielleicht ist es einfach ein sehr sehr dickes Eichhörnchen. Wir sehen auch noch ein dünnes graues Eichhörnchen.

    Nachdem wir und das dicke Eichhörnchen satt sind geht es auf der Stadtmauer zur ersten Historic Site, dessen Eintritt in unserem Discovery Pass inklusive ist. Leider ist sie jedoch bis Ende Juni geschlossen. Deswegen wandern wir durch die Innenstadt zur zweiten Historic Site in Québec. Der Weg ist ganz angenehm, da gerade viele Straßen für den Autoverkehr gesperrt sind. Bei der zweiten Historic Site handelt es sich um die Kellergewölbe des ehemaligen Gouverneurs-Palasts, dem Château Saint-Louis, die sich heute unter der Aussichts-Terrasse der Stadt, der Dufferin-Terasse, befinden. Dort werden der Aufbau des Schlosses, dessen Geschichte und der damalige Alltag erläutert. Es ist etwas kurz, aber informativ und für uns ja im Discovery Pass inklusive.

    Hier waren die Texte auf französisch und auf englisch und es hätte einen deutschen Audioguide gegeben. Das Kellergewölbe beherbergte hauptsächlich die Küche und Lagerräume.

    Nach dem Bildungsprogramm zieht es uns den Berg hinunter in ein bekanntes Touri-Viertel, das Quartier Petit Champlain.

    Blick auf’s Quartier Petit Champlain. Es ist schon recht touristisch, aber die Menge war gut aushaltbar.
    Blick vom Ende des Viertels hoch zum Hotel Château Frontenac. Was es wohl mit dem blauen Monsterchen auf sich hat?
    Kanadischer Humor

    Wir essen Kuchen, trinken Kaffee, erkunden in ein paar Bars das lokale Bier und dann geht’s wieder hoch in die Altstadt. Wir durchforsten ein paar Souvenirläden nach Ahornsirup-Lollis in Kuhform. Brettis Reiseführer hatte die als klassisches Mitbringsel angepriesen. Wir glauben er lügt, denn wir finden keine. Es gibt nur welche in Ahornblatt-Form. Wir ziehen ein bisschen hin und her und schauen uns die alten Gebäude an. Die Gebäudefassaden erinnern uns ein bisschen an England.

    Wir suchen das Gleis 9 3/4, wir müssten eigentlich gleich da sein.

    Wir kundschaften auch schon mal aus, wo wir später Essen gehen können. Dabei erspähen wir auch ein Restaurant mit Crêpes mit Spargel und Sauce Hollandaise, ob das unsere Wahl wird? Wir entscheiden uns für lokale Köstlichkeiten aus Québec, Shepherd’s Pie und Rösti mit Karottenmus.

    Das knuffige Auto stand in einem Zimmer des Restaurants.

    Frisch gestärkt zieht es uns wieder auf die Aussichtsterrasse. Wir machen ein paar Touri-Fotos und genießen die laue Abendluft. Zum Abschluss des Abends spazieren wir noch um die Zitadelle herum zurück zum Auto.

    Die Dufferin-Terasse und das Hotel Château Frontenac
    Das Hotel ist auch auf unseren Keksen drauf, wenn auch in einer anderen Perspektive.
    An der Mauer der Zitadelle entlang hat man eine schöne Aussicht auf den St Lorenz Strom.
    Ein Denkmal, um an die Zusammenarbeit und Auseinandersetzungen zwischen Franzosen, Engländern und den First Nations zu erinnern. (s. https://www.canada.ca/en/national-battlefields-commission/news/2024/09/a-new-page-in-the-history-of-the-plains-of-abraham-two-artworks-by-first-nations-artists-installed-on-cap-diamant.html)

    Morgen früh werden wir noch ein bisschen Zeit in Québec verbringen und dann geht’s schon wieder zurück nach Rivière du Loup zu unserem Volvo. Die Ersatzteile sind immerhin schon in den USA angekommen und werden hoffentlich ganz schnell weitergeschickt. Mehr dazu dann nächste Woche.

  • Woche 10 | Teil 1: Alltag zieht ein

    Woche 10 | Teil 1: Alltag zieht ein

    Philosophische Gespräche am Morgen

    Der Victoria Day startet bei uns philosophisch. Man pupst ca. 1g Gas am Tag, übers Jahr kommt man da schon auf eine kleine Camping Gasbuddel. Naja… Sonst passiert heute nicht viel, wir lackieren ein paar Stellen am Volvo mit der geschenkten Farbe von Rolande nach und unsere letzte Sodastream-Kartusche geht “kaputt”. Beim Sprudeln einer Flasche hört es einfach nicht mehr auf zu sprudeln. Irgendwie ist das Ventil an der Kartusche kaputt und sie entlässt das ganze CO2. Passt wieder mal super, denn hier in Riviére du Loup können wir die nicht tauschen. Die Ersatzkartusche ist natürlich leer, weil wir sie hier ja nicht tauschen können.

    Zum Lackieren lieber Mal den Blaumann anziehen.

    Leider kann unser Bekannter das verlorene Türschloss doch nicht liefern, das ist ärgerlich, da wir das bei den Norwegern hätten mit bestellen können. Das Paket aus Norwegen ist nun aber schon auf dem Weg. Was solls, wir kommen auch so klar. Immerhin hat er sonst wirklich alles und macht das Paket fertig. Wir sind jetzt ca. bei 1700€ für die Ersatzteile. Was für ein Schnäppchen. Wenn man bedenkt, dass fast die Hälfte diese zwei Zahnräder sind… naja ein paar zusätzliche Ersatzteile sind auch noch dabei, die wir sicherheitshalber mal mitbestellt haben.

    Mittlerweile nutzen wir unsere Campingbank regelmäßig, das Wetter spielt endlich mit. Diese kommt abends immer in unseren “Lagerraum”, die Fahrerkabine. Die sieht mittlerweile etwas wild aus, aber die braucht ja gerade eh keiner.

    Das hintere Nummernschild hatten wir abgenommen, damit man das Auto besser schieben kann.

    Heute ist es abends sogar noch recht warm, aber wir verziehen uns trotzdem zeitig in den Volvo, denn es tobt ein Sandsturm auf dem großen Werkstattparkplatz. Der Sand wird sogar über das Gebäude geweht und es zieht ein Gewitter durch.

    Einmal alles sandstrahlen

    Campingplatz Alltag

    Die Werkstatt hat heute (Dienstag) wieder auf, also geht es nach dem Frühstück in Campinplatzmanier in Schlappen erstmal zum “WC-Häuschen” Toilette nutzen und Trinkwasser holen. Das erste Autoteilepaket, welches Brettis Kumpel uns geschickt hat ist angekommen und unseren Inverter hat er auch von der Post geholt. Langsam reicht wohl ein Bier ausgeben nicht mehr als Dankeschön.
    Den Rest des Tages wird gechillt, vorm Auto, im Auto oder im Warteraum der Werkstatt. Abwechslung ist wichtig.

    Im Auto chillen, der Wind macht es draußen recht frisch und pustig.

    Am nächsten Tag läuft es genau so. Wir planen weiter unseren Kurztrip und überlegen ob wir uns die zusätzlichen Kosten leisten wollen. Der Leihwagen würde mit Versicherung und co. 80€ am Tag kosten. Auch wenn der sicherlich sparsamer als der Volvo ist, werden wir sicherlich 2-3 mal tanken müssen. Hier sind die Wege einfach länger, wir planen mindestens 1000km. Aber eigentlich ist uns schon klar, dass wir das eh machen werden. Die Zeit ist uns wichtiger als das Geld.

  • Woche 9 | Teil 2: Der etwas andere Campingplatz

    Woche 9 | Teil 2: Der etwas andere Campingplatz

    Waschtag

    Unser Stopp in Rivière du Loup war ja etwas ungeplant und wird sich wohl noch etwas ziehen. Entsprechend müssen wir mal wieder waschen und duschen wäre auch nicht schlecht. Da wir unseren Wassertank hier nicht nachfüllen können, wollen wir das kostbare Trinkwasser nicht zum Duschen nutzen. Die Werkstatt hatte uns schon ein Auto angeboten, um zum nächsten Truckstopp zu fahren, dort kann man waschen und duschen. Das nehmen wir gerne an. Wir sind auch sehr gespannt wie sich ein modernes Auto auf den kaputten Straßen fährt. “Leider” sind die Straßen bis zum Truckstopp viel zu heil, um einen wirklichen Vergleich zu machen.

    Angekommen am Truckstopp regelt Bretti die Kommunikation und wir können für 5C$ waschen und trocknen. Die Waschmaschine steht im Hinterzimmer der Tankstelle, etwas sonderbar, aber erfüllt seinen Zweck. Eigentlich wollen wir auch noch duschen, aber das kostet für uns “Nicht-Trucker” 15C$ pro Nase. Das ist uns zu viel und wir entscheiden uns dazu, Wasser zu organisieren und unsere Haare im Auto zu waschen.

    Warten, dass der Trockner fertig ist

    Ohne Duschen haben wir hier jetzt sehr viel Wartezeit. Wir tanken noch Diesel nach. Nur mit Kochen verbrauchen wir nicht viel, aber wenn man schonmal die Möglichkeit hat. Einer der Tankstellenmitarbeiter hört beim Einräumen der unendlichen Mengen an Bierpalletten echt gute Metalmusik, was uns etwas die Zeit vertreibt.

    Wir halten auf dem Rückweg noch bei dem Maxi, wenn man die Einkäufe schonmal nicht tragen muss und kaufen noch alkoholhaltiges Bier und 8l Trinkwasser. In Kanada ist auch langes Wochenende, am Montag ist Victoria Day, wo man traditionell den Anfang des Sommers mit Grillen und Lagerfeuer feiert. Wir wissen zwar noch nicht, ob sich für uns was ergibt, aber so sind wir zumindest vorbereitet.

    Zurück bei der Werkstatt werden erstmal die Haare gewaschen. Chris ist noch nicht so lange im lange Haare-Game und er wäscht sich zum ersten mal “manuell”, wie er sagt, die Haare über’m Waschbecken.

    Spaß beim Haarewaschen

    Mit frisch gewaschenem Haar geht es an die nächste Aufgabe. Der bestellte Inverter ist mittlerweile in Kanada angekommen, muss aber gegen Unterschrift von Chris ausgelöst werden. Das gilt theoretisch für alle Luftfrachtpakete. Warum die Autoteile einfach auf die Veranda von Brettis Kumpel gestellt werden konnten, ist uns schleierhaft. Wir recherchieren erstmal wie man eine Vollmacht in Kanada ausstellt und schicken diese weiter an Brettis Kumpel. Mal sehen ob das klappt.

    Da wir eh schon am Computer sitzen, schauen wir auch schon mal nach Versandangeboten von Deutschland nach Kanada. Es ist nicht wirklich gut vergleichbar, aber für 250€ kann man 20kg, quasi unabhängig der Größe in 4-5 Tagen nach Kanada schicken. Wir sind ganz froh, dass die Kupplung in Ordnung ist, die alleine hätte schon 8kg gewogen. Mal abwarten, was die Teile zusammen wiegen.

    Unser Aufenthalt bei der Werkstatt wird noch einige Zeit dauern, also müssen wir uns auch Gedanken um die Abwasserentsorgung machen. Wir nutzen eh nur biologisch abbaubare Seife, das sorgt für ein etwas weniger schlechtes Gewissen, dassWasser auf dem Grünstreifen neben dem Werkstatthof zu entsorgen. Trotzdem machen wir das lieber im Dunkeln, das spart uns im Zweifel Erklärungen.

    Das ist doch alles (Frisch-)Käse

    Beim Frühstücken ergibt sich mal wieder ein neues Recherchethema: Frischkäse. (Ich weiß auch nicht, warum unser Frühstück immer so lange dauert.) Wir schauen beim Einkaufen ja in der Regel nach veganen oder Bio-Produkten. Dabei geht es uns zum einen um die Tierhaltung und zum anderen um die Nachhaltigkeit/Naturverträglichkeit. Beim Frühstücken haben wir nun festgestellt, dass der Bio-Frischkäse von der dänischen Firma Arla und tatsächlich auch aus Dänemark importiert ist. Manchmal haben die Firmen ja auch Produktionsstätten im jeweiligen Land, aber das ist hier wohl nicht der Fall. Wir fragen uns, wie lange sich Frischkäse eigentlich hält und ob er per Schiff oder Flugzeug nach Kanada geliefert wird. Unsere Recherche ergibt, dass Frischkäse sich tatsächlich ziemlich lange hält und vermutlich zusätzlich noch tiefgefroren transportiert wird. Der Import macht es wohl dennoch weniger nachhaltig, da kann man dann lieber die Priorität auf lokale Produktion setzen oder was meint ihr?

    Sightseeing in Rivière du Loup

    Nach dem Frühstück geht es für ein bisschen Abwechslung auf in die Innenstadt von Rivière du Loup. Erstmal geht es bei strahlendem Sonnenschein 3 km an der Straße entlang. Nach einem Kilometer gibt es sogar einen Bürgersteig. Wir stocken an einem Schild, dass die Brücke wegen Arbeiten geschlossen sei. Ein Umweg wäre ganz schön lang und würde an einer Schnellstraße entlang führen. Zum Glück ist die Brücke aber für Fußgänger frei. Wir laufen am Fluss entlang zu einem schicken Wasserfall.

    Dann geht es weiter in die Innenstadt. Wir wollen schon mal auskundschaften, wo wir uns später was zu essen holen können und holen uns noch ein paar Bierchen der lokalen Mikro-Brauereien in einem Biergeschäft, das ein bisschen was von einem “Späti” hat. Nun geht’s wieder zurück zum Wasserfall und weiter in den dazugehörigen Park. Dort sehen und hören wir viele Vögel, die dank der Merlin Bird ID App erkannt werden (Danke nochmal für den Tipp, Saskia & Valerie). Ein paar Geocaches finden wir auch.

    Chris am Boden der Tatsachen… wo er einen Geocache gefunden hat.

    Außerdem diskutieren wir viel über die Gesellschaft und die NS-Zeit. Chris liest gerade das Buch “Inside the third Reich”/”Erinnerungen” von Albert Speer, das viel Gesprächsstoff liefert. Irgendwann treiben uns eine volle Blase und ein leerer Magen aber wieder in die Innenstadt. Bei den zweistöckigen Holzhäusern mit Veranda in der Einkaufsstraße bekommen wir leichte Western-Vibes. Wir setzen uns ins Restaurant “Taxi”, in dem ein alter gelber Käfer (also das Auto) von der Decke hängt und Fotos von Marilyn Monroe, James Dean und Elvis die Wände zieren. Gut gesättigt geht es dann wieder zurück zum Volvo. Hier entspannen wir gerade bei ein paar YouTube-Videos als sich auf Chris Handy die Polarlicht-App meldet. Es gäbe an unserem Standort eine Wahrscheinlichkeit von 25% für Polarlichter. Wir versuchen unser Glück und gehen raus, allerdings ist es hier viel zu hell. Wir erwähnten ja schon die Flutlichter. Ein anderes Mal haben wir bestimmt mehr Glück.

    Chris:”Da seh ich doch eindeutig Grün am Himmel.” Bretti:” Naja…”

    Lassen wir das Pendel sprechen

    Am Samstag ist es auch wieder richtig sonnig. Wir wollen heute ein paar kleine Reparaturen am Auto machen. Dafür gehen wir erstmal in den Baumarkt, denn wir brauchen Silikon. Der Baumarkt ist praktischerweise direkt um die Ecke, quasi gegenüber vom Supermarkt. Hier wundern wir uns wieder mal über die hohe Anzahl an Personal. Gefühlt gibt es im Laden mehr Mitarbeiter*innen als Kund*innen. Wir werden entsprechend auch 4x gefragt, ob wir Hilfe brauchen. Wie in Kanada wohl die Personalkosten aussehen? Nach dem Baumarkt geht es noch einkaufen, damit wir für das lange Wochenende ausreichend Vorräte haben. Montag ist hier Feiertag, der Victoria Day, um Queen Victoria zu ehren.

    “Shortly after the Canadas were united into the Province of Canada, the Parliament sought to create a new public holiday that would form common ground between English and French Canadians, helping them transcend their religious and cultural differences. The birthday of Queen Victoria was selected to be transformed into a public holiday, as it was a date that appealed to both English and French Canadians. At the time, loyalty to the Crown was seen as a key trait that distinguished Canada from the United States and the monarchy was viewed as a “guarantor of minority rights” in the colony.” – Wikipedia

    In Quebec heißt der Tag auch National Patriots Day.

    “Quebec replaced Victoria Day with National Patriots’ Day, which commemorates the patriotes of the Lower Canada Rebellion of 1837.” – Wikipedia

    Wieder beim Auto angekommen, starten wir mit den kleineren Reparaturen am Auto, z.B. dem Abdichten der Türkante bei der Duschwanne. Chris pendelt noch den Sturz des Reifens aus, allerdings ist es recht windig. Vielleicht probieren wir es nächste Woche nochmal mit Heilsteinen. Ansonsten entspannen wir bei guter Musik auf unserer Bank zwischen den LKWs, trinken ein paar Bier und bekommen Festival-Laune.

    Fast wie auf einem Campingplatz oder so…

    Eigentlich sollte die Werkstatt auch schon längt geschlossen haben, samstags hat sie offiziell nur bis 12 Uhr mittags auf, bis 21 Uhr ist hier aber noch Betrieb. Vielleicht ist es aber auch das Aufräum-Team, das noch so lange arbeitet, denn es werden viele Müllcontainer rausgebracht.

    Hallo, wir sind die neuen Nachbarn

    Am Sonntag machen wir nach dem Frühstück einen kleinen Spaziergang durch die Nachbarschaft. Kurz überlegen wir, uns als die neuen Nachbarn vorzustellen. Eine Woche werden wir ja mindestens noch hier sein. Wir treffen niemanden also geht es wieder zurück. Heute werden die kleineren Reparaturen am Auto fortgesetzt und Küche und “Bad” ein bisschen geputzt. Dabei müssen wir uns jedoch bemühen, den Wasserverbrauch so gering wie möglich zu halten, denn wir haben nicht mehr so viel und kommen durch den Feiertag erst Dienstag wieder an neues Wasser ran.

    Zum Lohn gibt es Chris neueste Nachtischkreation, Butterkekse-Kaffee-Schoko-Dessert.

    Die Kreation gibt sich etwas widerspenstig, könnte an der teilweise 1 cm dicken Schokoschicht liegen. Zitat Chris: “Ich hätte auch den Pinsel zum Verstreichen der Schokolade nehmen können, aber ich hatte keine Lust, den sauber zu machen.”

    Ansonsten wird heute noch gekocht, Blog geschrieben, entspannt und recherchiert, ob und wohin wir nächste Woche einen Ausflug machen könnten. Vielleicht leihen wir uns dann mal ein Auto für ein paar Tage. Eine Woche hier nur rumsitzen und auf Autoteile warten ist ja auch irgendwie langweilig und schade um die Zeit. Dazu erfahrt ihr nächste Woche dann mehr.

    Die etwas unspektakuläre Reiseroute diese Woche

  • Woche 9 | Teil 1: Werkstattromantik

    Woche 9 | Teil 1: Werkstattromantik

    Info: Neuerdings gibt es unsere Blogbeiträge auch zum Hören in unserer Audiothek. Da die Audioaufnahmen etwas mehr Aufwand benötigen, werden sie wahrscheinlich immer etwas später als die Blogbeiträge veröffentlicht werden. Ihr braucht also etwas Geduld.

    Nach unseren ca. zwei Tagen am Rand der Gravelroad soll es nun weiter gehen. Es ist Montag und die Werkstätten haben wieder auf. Wir telefonieren einige ab, aber die meisten haben erst in ein bis zwei Wochen Zeit. Viele empfehlen uns weitere Werkstätten und so versuchen wir es dann auch bei der LKW Werkstatt Centre Routier. Jetzt sofort haben sie keine Zeit, aber nach 13:00 Uhr können wir vorbeikommen. Mit Abschleppen würden wir das eh nicht früher schaffen. Wir haben eh keine Wahl, also sagen wir zu und rufen danach direkt den Abschleppdienst an. In 40 Minuten soll er da sein. Wir vermuten, dass die vordere Achse angehoben wird und der Volvo so abgeschleppt wird. Das hatte Chris schon öfter bei LKWs gesehen. Wenn der Motor aus ist, ist automatisch der Allrad drin und entsprechend drehen sich alle Achsen wenn eine sich dreht. Um das zu verhindern, wollen wir eine Kardanwelle abschrauben, 40 Minuten sind dafür genug Zeit. Sobald Chris unterm Auto liegt kommt aber direkt schon ein riesiger LKW Abschlepper. Wir klären kurz die Kardanwellen-Thematik mit dem Fahrer und er schraubt die Kardanwelle für uns ab. Wie wir vermutet haben wird die vordere Achse angehoben, das passt gerade so. Der Volvo ist eigentlich etwas zu klein. Generell wirkt der kleine Volvo schon etwas grotesk hinter dem riesigen Abschlepper.

    Der LKW ist als doppelt so lang wie der Volvo
    So braucht man eigentlich auch keine Hebebühne mehr

    Nach kurzer Zeit kann es los gehen. Der LKW hat nur zwei Sitze also sitzt Chris auf dem Bett hinten in der Kabine. Die Truckerperspektive ist schon ganz cool, auch wenn es wohl bessere Umstände dafür geben könnte.

    Truckerperspektive

    Angekommen an der Werkstatt fällt Chris auf, dass beim Abschleppen die Bremsleitungen an der Vorderachse beschädigt worden sind. Kein Problem, meint der Fahrer, das geht auf seine Rechnung, er klärt das auch direkt mit der Werkstatt, dass sollen sie gleich mit machen. Ist uns gerade nicht so wichtig, aber gut dass wir uns damit nicht auch noch rumärgern müssen, hoffentlich. Bis 13:00 Uhr ist hier Mittagspause und kurz danach tauchen wir am Servicetresen auf. Wir können kaum so schnell schauen, da wird schon der Volvo mit einem Gabelstapler in die Halle geschoben.

    Das Schieben wirkt “etwas” improvisiert

    Wir dürfen nicht mit in der Halle bleiben, deswegen sitzen wir im Warteraum. Hier gibt es bequeme Sessel und WLAN. Noch wissen wir nicht wie viel Zeit wir hier noch verbringen werden.

    Nach einer Weile kommt der Meister (?) rein, er zeigt uns ein Video vom offenen Verteilergetriebe. In einem Kugellager haben sich die Kugeln gelöst, kein gutes Zeichen. Das Getriebe muss für genauere Untersuchungen raus. Wir stimmen zu und warten weiter. An dem Zeitpunkt wäre es schlau, hätten wir noch mehr Sachen aus dem Volvo geholt(Bücher oder so), daran haben wir natürlich nicht gedacht. Chris recherchiert schon mal Teile. Es gibt zum Glück die originalen Zeichnungen mit Teilenummern und so ist schnell klar, dass wir das Kugellager in Deutschland auf jeden Fall bekommen.

    Gegen 19:00 Uhr ist das Getriebe ausgebaut und unser Zuhause wird hinten auf den Hof in eine “ruhige” Ecke geschoben. Die Werkstatt hat von 7:30 Uhr bis 00:30 Uhr geöffnet, ruhig ist also ein dehnbarer Begriff. Dass wir im Volvo wohnen und entsprechend auch hier bleiben, ist kein Problem. In den Öffnungszeiten können wir auch gerne Toiletten und WLAN nutzen. Am nächsten Morgen soll das Getriebe zerlegt werden und wir verabreden uns für 16:00 Uhr. Der Mechaniker hat morgen Spätschicht ab 13:00 Uhr.

    Die Werkstatt liegt im Außenbereich von Rivière du Loup. Anmerkung aus der Redaktion: Der Stadtname “Fluss des Wolfes” klingt schon sehr cool. Entsprechend ist auch ein Supermarkt fußläufig erreichbar. Wir machen noch einen kleinen OKG(Ortskontrollgang) und kaufen noch etwas ein. Es ist mal wieder eine neue Supermarktkette Maxi. Die Auswahl ist für unsere Wünsche sehr gut. Viel Bio, vegane Produkte und es gibt sogar Bier im Geschäft.

    Unser vorläufiges Zuhause

    Der Tag der Wahrheit

    Wir haben soweit ganz gut geschlafen. Nur ist der ganze Hof und der angrenzende Spielplatz die ganze Nacht mit Flutlicht beleuchtet, was wir nicht ganz ausgesperrt bekommen. Schon sehr rücksichtsvoll den Spielplatz auch um 3:00 Uhr nachts voll zu beleuchten, falls jemand Schaukeln will….

    Wir gehen vormittags schon mal in die Halle, um den Mechanikern die Zeichnungen und Anleitungen zu geben. Wenn sie Zeit sparen, sparen wir Geld. Sie nehmen die Zeichnungen gerne. Wie in Chris Ausbildung schon einer der Ingenieure immer sagte: “Die Zeichnung ist die Sprache des Ingenieurs” werden diese die Kommunikation in den nächsten Stunden und Tagen sehr erleichtern. Vorher muss der Volvo aber noch umziehen. Dazu rückt wieder der Gabelstapler zum Schieben an. Dieser fährt sich allerdings direkt fest, der Rand des Platzes ist zu weich. Das ist hier aber kein Problem, neben vielen LKWs hat die Werkstatt auch einen großen Radlader auf dem Hof und dieser wird direkt geholt.

    Chris wird als Hilfsarbeiter eingesetzt und Bretti übernimmt die Kommunikation. So wird erst der Volvo und dann der Gabelstapler abgeschleppt.

    Um 16:00 Uhr geht es wieder in die Werkstatt und wir treffen auf Samuel, der unser Getriebe zerlegt hat. Sieht nicht gut aus. Zwei Kugellager sind kaputt und dadurch haben sich auch zwei Zahnräder zu Metallspänen verarbeitet. Das ist auch der Grund, warum wir nicht mehr fahren konnten. Samuel markiert uns die benötigen Teile auf der Zeichnung. Zu den kaputten Teilen kommen auch noch Dichtungen. Einige Teile sind nicht auf der Zeichnung des Verteilergetriebes abgebildet. So versuchen Chris und Samuel mit einem Mix aus Englisch und Französisch auf der schwedischen Webseite das richtige Teil zu finden. Zwischen durch übersetzt Bretti noch einige Wörter ins Deutsche, Englische oder Französische. Es ist sehr wichtig die genaue Produktnummer der Teile auf den Zeichnungen zu finden. Ohne diese Nummer ist es hoffnungslos, ein Teil online zu finden. Am Ende gelingt es aber, alle Nummern aufzutreiben und wir verabreden uns für den nächsten Tag, um in der Zwischenzeit nach Teilen zu schauen.

    Einkaufen in Polen oder so

    Seit wir letztes Jahr in Polen waren, werden Chris im Internet die Preise oft in Złoty angezeigt. Seit wir in Kanada sind passiert das zu unserer Belustigung regelmäßig. Etwas merkwürdig aber naja, Standort und Sprache wechseln immerhin nicht auf polnisch, also passt das schon.

    Es gibt in Deutschland eine große engagierte Volvo C303 Community, über die wir die meisten Teile organisieren können. Außer die beiden Zahnräder, die müssen wir in Norwegen bestellen. Neben extra Versandkosten sind die Teile dort besonders teuer. Eines der Kugellager bekommen wir in Deutschland für 30€, in Norwegen kostet das gleiche Teil 100€. Die beiden Zahnräder kostenzusammen 700€… Leider weiß auch niemand auf die Schnelle, wo man die sonst herbekommt. Es hilft also alles nichts. Immerhin bekommen wir alle Teile zusammen. Die Teilkosten dürften am Ende im Verhältnis zur Arbeitszeit eh vernachlässigbar sein.

    Da wir scheinbar zumindest theoretisch das Getriebe wieder flott bekommen, wollen wir die Werkstatt morgen auch auf unsere Kurbelwellenthematik ansetzen. Der Versand der Teile wird eh einige Tage bis Wochen dauern und in der Zwischenzeit könnte man das ja machen. Mehr dazu aber morgen.

    Getriebe mit einem der abgenutzten Zahnräder. (Das ist das günstige für nur 150€)

    Probleme mit Zeitverschiebung und lokale Feiertage

    Die letzte Nacht war etwas lauter, aber es ist alles noch gut aushaltbar gewesen. Wir haben uns für 13:00 Uhr mit der Werkstatt verabredet. Vorher sind wir mal wieder in dem Warteraum und nutzen die Zeit, um unsere Geräte mit Updates zu versorgen. Windows sträubt sich natürlich wie immer am meisten.

    Um 13:00 Uhr besprechen wir mit dem Mechaniker Samuel und dem Logistiker Hugo die Teile-Situation. Hugo konnte leider keine Teile in Kanada auftreiben, dafür sind Samuel noch andere Teile aufgefallen, die wir tauschen sollten. Nichts wildes und auch diese können wir in Deutschland auftreiben. Wir klären noch, ob wir ihre Postadresse nutzen dürfen und dann steht der Teilebestellung nichts mehr im Weg. Hier ist uns noch nicht bewusst, dass in Deutschland das lange Himmelfahrtswochenende ansteht, also vor Montag eh keiner was verschicken wird.

    Nun geht es darum, noch die Kurbelwellenlager-Thematik zu besprechen und so stehen wir wieder am Servicetresen der Werkstatt. Hier ist immer sehr viel los und man steht absolut im Weg. Bretti erklärt die Situation und dass wir gerne vor’m Bestellen der Teile wüssten, ob dort noch was fehlt. Sie bemühen sich, das unterzubekommen, was eigentlich bedeutet, unser Auto steht schon fast in der Halle. Der Gabelstapler wird organisiert und diesmal sitzt Samuel am Steuer des Volvos und lenkt ihn zu seinem Arbeitsplatz. Während er den Motor zerlegt, sitzen wir wieder im Warteraum und versuchen weiter Windows zu überzeugen, die ach so wichtigen Sicherheitsupdates zu installieren.

    Abhängen im Warteraum

    Materialkunde in Quebec

    Nach ca. einer Stunde besprechen wir die Situation. Es sind immer noch Metallspäne im Öl, aber laut Samuel kann das eigentlich nicht von den Kurbelwellenlagern kommen. Er hält einen Magnet an ein ausgebautes Lager, das ist magnetisch, die Späne aber nicht. Wir sind verunsichert, die andere Werkstatt in Moncton war sich da schon ziemlich sicher. So ganz genau kann er aber auch nicht sagen, wo die Späne herkommen. Dafür gibt es auch erstmal gute Nachrichten, die Kupplung sieht quasi aus wie neu und die Kurbelwelle muss nicht ausgebaut werden. 100-prozentig sicher kann man sich da erst sein, wenn alle alten Lager raus sind, aber das sieht ganz gut aus. Er schaut sich auch noch die Ölpumpe an, meint er. Diese haben wir schon neu aus den USA bestellt, von daher kommt die eh raus. Während Samuel seinem Job nachgeht, verziehen wir uns wieder in den Warteraum. Der Warteraum verfügt über extrem bequeme Sessel, was uns sehr freut, da wir hier noch einige Stunden verbringen werden.

    Chris macht sich derweil an die Recherche: “Nicht magnetische Späne im Motoröl, was kann das sein” und 99% der Antworten sind die Kurbelwellen bzw. die Pleuellager, also genau das, was wir vermutet haben. Diese Lager sind aus weicherem Material als die Kurbelwelle und die Pleuel, damit sie eher nachgeben als die wichtigen Teile. Verschleißteile eben. Nachdem viel zur Materialzusammensetzung von Autoteilen recherchiert wurde, kommt auch des Rätsels Lösung. Diese Lager sind Bimetalle, bestehen also aus zwei verschiedenen Metallen, außen Stahl und die Lauffläche aus Aluminium oder Messing. Entsprechend sind die Lager magnetisch durch den Stahl, aber der Abrieb nicht, da nur der Aluminium- bzw. Messinganteil abgerieben wird. Wir sind etwas beruhigt und hoffen das Beste.

    Als der Volvo wieder an seinen Platz hinter der Halle geschoben wird, sprechen wir noch kurz mit Samuel und kommen zu dem Schluss, dass wir nun alles haben, um Teile zu bestellen.

    Wir sind hier 6 Stunden vor Deutschland, also ist es mittlerweile dort schon Mitternacht. Chris schickt aber trotzdem schon mal die Bestellungen los und sein Teiledealer antwortet auch noch, dass er sich Sonntag darum kümmert, da er schon im langen Wochenende ist. Den Feiertag hatten wir natürlich völlig vergessen und die 4 Tage extra sind schon ein Downer, aber hilft ja nichts. In Norwegen hatte Chris auch vorher schon angekündigt, dass die Bestellung etwas eiliger ist. Auch wenn die Zusage für eine schnelle Bearbeitung kam, ist bis Freitagabend keine Versandbestätigung bei uns eingegangen. Das liegt wohl überwiegend daran, dass sie Freitag noch eine Nachfrage gestellt haben, die wir erst beim Frühstücken beantwortet haben, was wohl am Freitag schon nach ihrer Feierabendzeit war. Die 6 Stunden Unterschied machen sich an einem Arbeitstag schon sehr stark bemerkbar. Dann eben alles ab Montag. Hoffentlich klappt es, alle Teile nächste Woche nach Kanada los zu schicken.

    Zum Abschluss des Tages gehen wir wieder mal einkaufen. Wir sehen eine 12er Palette Bier für nur 10C$, da müssen wir zuschlagen, sehen aber erst nach der Kasse, dass es alkoholfrei ist. Deswegen wohl auch so günstig, schmecken tut es auf jeden Fall trotzdem.

  • Woche 8 | Von New Brunswick nach Quebec

    Woche 8 | Von New Brunswick nach Quebec

    Aus Gründen, die ihr durch diesen Blogbeitrag erfahren werdet, hatten wir Zeit, den Blogbeitrag am Stück zu schreiben. Deswegen gibt es diesmal nur einen vielleicht etwas langen Teil.

    Am nächsten Morgen scheint wieder die Sonne und wir sammeln noch einen Geocache ein, der direkt neben unserem Stellplatz versteckt war. Auf dem Weg zum ersten Ersatzteileshop kaufen wir noch ein Kfz-Laptop Ladegerät, damit wir euch auch weiter mit Blogbeiträgen versorgen können. Aus Gründen lädt nur Chris Laptop, Brettis ist das wohl zu wenig Power. Wir halten noch an einem überdimensionalen Hummer und düsen dann zum ersten Bootszubehörladen.

    Hummer sind den Leuten hier schon sehr wichtig

    Der Laden schreibt auf seiner Webseite, dass er der größte Volvo Bootsmotoren Supplier in Kanada ist. Nach einigen weiteren Versuchen können wir sagen, dass sagen sie alle.

    Der Service-Mitarbeiter ist motiviert, kann uns aber leider am Ende nicht helfen. Kurz bevor wir weiter fahren, tauchen seine Kollegen auf, mit denen wir eine Weile sprechen. Die geben uns die Adresse von ihrem Volvo-Spezialisten, die können uns sicher helfen. Wir fahren die 40 km zurück nach Moncton. Wir sind erst am falschen Standort, aber der richtige ist nicht weit weg. Hier wird sich wieder sehr bemüht, aber am Ende gibt es keine Teile für uns. Sie verweisen auf einen Händler in Britisch Columbia, dem schreiben wir auch erstmal eine Mail. Wir schreiben zwischendurch verschiedene Shops in den USA, Kanada und Europa an und während wir auf Rückmeldungen warten, geht es zum Kellys Beach im Kouchibouguac-Nationalpark.

    Sandstrand wie zuhause

    Kellys Beach bildet eine Lagune, wo man allerlei Vögel beobachten kann. Wir glauben einen Fischadler gesehen zu haben, von dem kleinen lassen sich die anderen Vögel nicht aus der Ruhe bringen. Kurz darauf taucht ein Weißkopfseeadler auf, woraufhin alle Vögel das Weite suchen. Wir können einige Male beobachten, wie der Adler versucht in der Lagune Fische zu fangen. Der Wind bläst ziemlich stark und der Adler fliegt irgendwann ohne Fisch weiter.

    Nach dieser Vogelshow wandern wir eine Weile barfuß am endlosen Sandstrand entlang. Man bekommt fast Ostsee-Vibes.

    Bretti am Vögel beobachten
    War windig
    Ganz viel Strand

    Nach diesem kurzen, aber sehr schönen Abstecher in den Park, machen wir uns auf zum Übernachtungsplatz. Für Morgen ist ein Ruhetag geplant.

    Durch den ganzen Regen ist das Auto verdächtig sauber, gut dass es hier auf dem Weg wieder tiefe Pfützen gibt.

    Pausetag

    Unser Pausetag startet sehr gut, wir schlafen sehr lange und wir bekommen die Gebühr, die wir in Halifax noch zahlen mussten, von unserer Agentur zurück überwiesen. Damit haben wir wirklich nicht mehr gerechnet, immerhin 70€. Heute sollen es 26°C werden, dazu gibt es aber auch Böen mit bis zu 70 km/h, wilde Kombination.

    Nach dem Frühstück werden erstmal die Autoteile aus den USA bestellt, das scheint uns die schnellste Lösung zu sein. Wir bestellen auch noch ein paar andere Sachen, wenn man schon mal die Möglichkeit hat. Jetzt heißt es eine Werkstatt finden, die den Einbau für uns macht. Nach der Erfahrung in Moncton sind wir optimistisch, nur wann die dann auch Zeit haben wird spannend. Wir suchen schon mal ein paar potenzielle Werkstätten raus, warten aber mit der Kontaktaufnahme bis wir ein Lieferdatum für die Teile haben.

    Nach dem entspannten Start in den Tag macht sich Chris an das Abschmieren des Autos und kontrolliert noch einige Stecker und Schläuche. Bretti repariert die Klappe unseres Eisfaches, die Scharniere sind zwar aus Metall, aber nur in Plastik verschraubt. Das sollte nun länger halten. Es wäre kein Ruhetag, wenn nicht auch gebacken werden würde, es gibt mal wieder Apple Crumble.

    Während wir das Wasser zum Duschen aufwärmen, gehen wir “baden”. Auch hier ist das Wasser noch sehr kalt, aber man hält es solange aus, dass man schonmal etwas eingeweicht ist. Frisch geputzt machen wir noch einen langen Strandspaziergang und lassen den Tag ausklingen. Vor lauter Entspannung haben wir nicht mal Bilder vom Platz gemacht.

    Bild vom Strand

    Anstrengender Fahrtag

    Bevor es weiter geht, will Chris noch die Lenkungsanschläge einstellen, denn durch das Spureinstellen stoßen die Räder beim vollen Einschlag jetzt gegen den Rahmen. Einer der Einstellbolzen reißt direkt ab, wurde vermutlich in 48 Jahren noch nie bewegt. Wir organisieren im nächsten Baumarkt einen Ersatz. In Deutschland hätte man dafür zum Spezialisten gemusst, aber hier gibt es metrische und Zoll-Schrauben im Baumarkt. Irgendwann müssen wir den alten Bolzen noch ausbohren, aber die eine Seite konnten wir immerhin schon mal besser einstellen.

    Während eines Tankstopps werden wir von einem Einheimischen zum Grillen eingeladen, er selber kann aber nichts essen, da er am nächsten Tag eine Darmspiegelung oder sowas hat. Das käme uns dann aber komisch vor, wir lehnen deswegen lieber mal ab, wir wollen ja eh noch einkaufen und dann weiter.

    Wir dachten, dass wir uns schon an die schlechten Straßen in Kanada gewöhnt haben, aber heute ist es besonders schlimm. Diese Schlagabgründe machen das Autofahren sehr anstrengend. In Kombination mit viel Regen und aggressiven Autofahrern sind wir froh als wir abends an unserem Platz ankommen. Mit Einkaufen sind wir gar nicht so weit gekommen, aber es reicht uns beiden für heute.

    Dafür bekommen wir schon die Versandbestätigung für die Autoteile und kontaktieren die ersten Werkstätten über deren Kontaktformular. Wir bezweifeln ehrlich gesagt, dass sie darauf reagieren, aber anrufen können wir dann immer noch und so haben sie schonmal alle Daten schriftlich.

    Immerhin diesmal ein Bild gemacht, leider weniger entspannt

    Ein besserer Tag

    Der Tag startet mit guter Laune, Sonne und wie immer einem ausgiebigen Frühstück. Unser erstes Ziel ist eine Quelle, um wieder Wasser aufzufüllen. Die Quelle ist nur 30 Minuten entfernt und wir sind jetzt in Quebec. Neue Provinz und neue Zeitzone, 6 Stunden vor Deutschland.

    Die Quelle liegt an einer Sackgasse neben einem Fluss. Die Hauptstraße ist zwar nah aber kaum zu hören. Wären wir gestern mal noch hier her gefahren, richtig schön. So näher wir der Quelle kommen desto mehr gleicht die Straße dem Fluss. Die Ursache zeigt sich dann auch an der Quelle. Diese ist ein größerer Bach und flutet alles, immerhin genug Wasserdruck. Mit hochgekrempelten Hosenbeinen und Badelatschen macht sich Chris ans Auffüllen unseres Kanisters.

    Die Quelle flutet die Straße
    Die Quelle läuft eigentlich durch das Plastikrohr in den Brunnen. naja

    Nach dem Wasserstopp halten wir noch an einer überdachten Brücke. Das sind hier Sehenswürdigkeiten, die extra ausgeschildert sind. Ganz nett, zehn weitere müssen wir uns davon aber dann doch nicht anschauen

    Überdachte Brücke, davon gibt es hier einige.

    Während wir weiter fahren läuft ein mittelgroßes pelziges Tier über die Straße. Ein Mink vielleicht? Ein Biber war das nicht, die sind auch nachtaktiv. Davon gäbe es hier aber einige. Direkt neben den Straßen sieht man immer wieder Dämme und auch Biberburgen. Hoffentlich stehen wir irgendwann nochmal in der Nähe von einem, sodass wir in der Dämmerung Biber beobachten können.

    Unser Weg führt uns bei bestem Wetter durch das hügelige Hinterland an Feldern und Farmen vorbei. Man bemerkt, dass die Schneeschmelze hier schon ihren Zenit erreicht hat. Alle Flüsse und Seen treten über die Ufer.

    Unser Ziel ist die Historic Site Phare de Pointe-au-Père, diese ist natürlich auch noch geschlossen, aber sie liegt schön am St. Lorenz Strom und man kann sich ein U-Boot anschauen.

    U-Boot, natürlich auch geschlossen

    Nachdem wir etwas rumgelaufen sind, machen wir eine Kuchenpause. Eigentlich wollten wir noch 100km weiter fahren und morgen in den Le Bic National Park. Das ist aber kein Nationalpark von “Parcs Kanada” sondern von Quebec und ist deshalb nicht in unserem Eintrittspass enthalten. 20C$ Eintritt sehen wir gerade aus Prinzip nicht ein und entscheiden heute beim U-Boot zu bleiben. Hier kann man direkt am Meer stehen und vielleicht sogar Wale beobachten.

    Auch wenn alles geschlossen ist kommt Bretti hoch hinaus

    Aufgehalten von Rolande

    Wir haben einen entspannten Morgen und beobachten Leute die vielleicht Wale(?) beobachten. So ganz schlau ist Bretti aus deren Erklärung nicht geworden, ins Quebec Französisch muss sie sich erstmal reinhören.

    Wir rufen die ersten Werkstätten an, aber die sind eher abweisend oder haben keine Zeit in den nächsten Monaten. Das finden wir wenig glaubwürdig aber gut, was soll man machen. Kurz bevor wir losfahren wollen, hält ein kanadisches Militärfahrzeug neben uns. Der Fahrer ist ein älterer Herr names Rolande. Wir sprechen viel über die Autos und er erzählt ein bisschen von seiner Zeit in der Marine. Am Ende schenkt er uns eine Dose Sprühfarbe. 😅Kann man immer mal brauchen.

    Das Gespräch zieht sich ziemlich lange und wir entscheiden, heute nur eine kurze Strecke zu fahren. 100km später stehen wir an einem alten Anleger und beobachten Vögel.

    Blick bei Ebbe

    Ein kurzes Fahrvergnügen

    Wir haben gestern nicht mehr viel gemacht und auch der Tag startet eher faul. Während des Frühstücks können wir noch einiges an Vögeln beobachten.

    Dem Reiher fehlt noch sein Frühstück

    Als wir dann doch mal los fahren, folgen wir der Schotterstraße zurück zur Hauptstraße. Chris fährt, doch als er den ersten Gang einlegen will, um auf die Hauptstraße einzubiegen, gibt es ein “lautes Geräusch” und das Auto bewegt sich nicht mehr vorwärts. Wir rollen den Weg etwas zurück und kommen so 100m vor der Hauptstraße auf einem geraden Stück zum stehen. Die Handbremse geht noch, entsprechend ist es diesmal nicht die Kardanwelle. Wir schauen unters Auto, nichts zu sehen. Der Motor läuft soweit normal und auch alle Gänge lassen sich einlegen. Nur beim Anfahren bewegt sich das Auto nicht.

    Das scheint unsere erste richtige Panne zu werden und wir schauen online nach Werkstätten und Abschleppdiensten. Die nächste Stadt ist zum Glück nicht weit entfernt und dort gibt es beides. Wir rufen den ersten Abschlepper an, aber die können uns scheinbar nicht abschleppen, sagen sie. Die zweite Firma sagt zu und wir warten auf den Abschlepper. In der Wartezeit überlegen wir, zu welcher Werkstatt man uns schleppen soll, die sind aber alle samstags geschlossen. In den Provinzen um Quebec herum hätten Werkstätten auch samstags auf, ist mal wieder sehr passend.

    Wir kommen zu dem Schluss, dass es nicht wirklich sinnvoll ist, uns heute abschleppen zu lassen. Wir stehen hier soweit ganz gut und es ist ja viel sinnvoller, erst die Werkstätten anzurufen. Der Abschlepper kommt nun aber gerade, praktischerweise kann auch dieser uns nicht mitnehmen, wir sind zu hoch. Ein Kollege von ihm würde aber gleich kommen. Wir teilen ihm mit, dass wir bis Montag warten würden und er ruft den Kollegen zurück. Ob das Montag mit dem Abschleppen dann wirklich klappt, da sind wir mal gespannt.

    Wir bleiben also die 1 1/2 Tage erstmal wo wir sind, am Rand einer Gravelroad 2h vor Quebec City. Für unsere Verhältnisse stehen wir einigermaßen gerade und die Hauptstraße ist auch nicht zu laut.

    Während Bretti einen Brownie backt, recherchiert Chris schon mal Kupplungsersatzteile. Da der Motor normal läuft und das Getriebe soweit funktioniert, scheint uns die Kupplung die naheliegendste Ursache zu sein. Die Verschleißteile(hoffentlich ist nichts anderes kaputt) gibt es wieder in den USA, der selbe Shop, wo wir auch schon die anderen Teile bestellt haben. Inklusive Versand und Zoll sind sie sogar noch billiger als bei uns. Ein bisschen ärgerlich ist es schon, dass die Teile, die nun kaputt gehen, alle bei uns zuhause liegen, aber wer rechnet auch schon mit einer kaputten Kupplung. Für die Kurbelwellen-Thematik müsste die Kupplung eh ab, wir hoffen beides zusammen erledigen zu können. Allerdings erstmal abwarten, was die Werkstatt sagt.

    Bis der Brownie fertig ist, zerlegt Chris die Beifahrertür, um an die Nummer des Türschlosses zu kommen. Mit dieser Nummer sollte man das Schloss für die Fahrertür einfach nachbestellen können. Natürlich wird erstmal zu viel auseinander gebaut, aber jetzt wissen wir immerhin wie das alles funktioniert. Es ist auch gar nicht so überraschend, dass wir das Schloss verloren haben. Dieses ist innen nur an einer Schraube befestigt, die hat sich vermutlich in den Jahren einfach lose gedreht. Diese Schraube zu prüfen, kommt auf unsere Wartungs-TODO-Liste.

    Nach der kleinen Schraubersession haben wir noch einen entspannten Abend. Im Sonnenuntergang ziehen noch ungelogen tausende Schneegänse über uns hinweg. Die Vögel kommen gerade aus ihren Winterquartieren in den USA zurück in den Norden. Wir haben noch nie so viele Vögel auf einmal gesehen.

    Unser Platz für die nächsten 1 1/2 Tage, sogar mit Meerblick

    Unfreiwilliger Pausetag

    Die Werkstätten machen erst Morgen auf, also haben wir heute einen Pausetag.🥳Wir wollten gestern eigentlich einkaufen, deswegen sind wir nicht optimal ausgerüstet, aber hungern müssen wir nicht. Auch wenn nicht Donnerstag ist, ist heute dann eben wieder ein Pfannkuchentag. Das dauert zwar, aber so richtig was vor haben wir ja eh nicht.

    Bretti macht eine Mischung aus Schoko-, Apfel- und herzhaften Pfannkuchen. Mit Bacon, Spiegelei, (nicht ganz so) dunkler Schokocreme und Ahornsirup eskaliert das Frühstück minimal. Wir essen beide etwas zu viel, so dass unser Spaziergang etwas nach hinten geschoben wird. Wir nutzen das Foodkoma und suchen Werkstätten raus und priorisieren diese durch. Die Hauptkriterien sind: alten Autos nicht abgeneigt, Halle hoch genug für unser Auto und wie immer Lage, Lage, Lage. Im besten Fall in der Stadt und nicht direkt am Highway. Wir werden berichten.

    Nachdem wir uns einigermaßen vom Frühstück erholt haben, machen wir uns auf den Weg an die Küste. Es gibt hier Robben (in der Ferne) zu sehen, Reiher, Schneegänse, Eichhörnchen und einige andere Vögel, die Bretti dank Merlin Bird ID App identifizieren kann. Es entfacht nahezu eine Sammelleidenschaft. Wir haben auf jeden Fall eine schöne Zeit. Am Ende kommen 8km zusammen. Da Chris seine Kamera mitgenommen hat, gibt es ganz viele süße Eichhörnchen Bilder.

    Temperatur technisch wurde es nach diesem Foto wieder kälter
    Eichhörnchen auf Futtersuche
    Eichhörnchen am Futtern

    Für diese Woche wars das jetzt auch. Es ist Sonntag und wird langsam Abend. In Deutschland ist es schon kurz vor Mitternacht entsprechend schlaft schön. Wir berichten nächste Woche wie es mit unserem Volvo weitergegangen ist.

  • Woche 7 | Teil 2 | Dem Wal wird ein Hut angenäht

    Woche 7 | Teil 2 | Dem Wal wird ein Hut angenäht

    Fahrtag

    Der Tag startet philosophisch. Wir haben bisher nur zweilagiges Klopapier gefunden und in öffentlichen WCs gibt es nur einlagiges. Unserer Meinung nach sollte es ja mindestens dreilagig sein. Die letzten beiden Rollen Klopapier aus Deutschland werden auch für schlechte Zeiten aufgehoben. Am Ende wird der Kapitalismus an sich in Frage gestellt, was bringen dir die Millionen wenn du dir am Ende den Popo mit zweilagigem Klopapier abwischt. #FirstWorldProblems

    Die zweite Frage des Morgens ist, wie haben unsere Vorfahren das eigentlich gemacht. Als die in der Steinzeit, nicht die Römer mit ihrem geteiltem Xylospongium. Die Menschen damals waren ja auch noch viel mehr in Bewegung und ein unsauberer Popo stört da vermutlich. Wir sind bei drei Theorien rausgekommen:

    1. Durch die überwiegend pflanzliche Ernährung war der Stuhl viel fester und es gab kaum was zu wischen.
    2. Es war ein Problem, aber der Mensch hat sich trotzdem durchgesetzt.
    3. Es wurden Naturmaterialen benutzt, also Blätter, Wasser etc. Das wird sich ohne Zeitmaschine wohl nie klären, aber man kann ja mal drüber philosophieren.

    Nach diesem entspannten Start fahren wir los und wechseln uns dabei ab. Die Fahrt verläuft unauffällig, wir sehen eine Horde Rehe am Straßenrand und sind auf gewohnt kaputten Straßen auf dem Weg nach New Brunswick unterwegs, unserer dritten Provinz in Kanada. Wir haben uns einen See mit mehreren Stellplatz-Möglichkeiten ausgesucht und zum ersten mal steht ein anderer Camper am Platz. Wir fahren zum nächsten Stellplatz auf der anderen Seite. Kurz bevor wir halten fliegt eine Hummel durchs offene Fenster, man merkt es wird Frühling. Leider verirrt diese sich in Brettis Hosenbein und sticht zu. Bretti ist immerhin gerade nicht am Fahren, aber absolut unnötig für alle beteiligten. Die Hummel schafft es immerhin wieder aus dem Hosenbein raus und wird von Bretti aus dem Auto geleitet. Wir hoffen sie übersteht diesen Schock. Bretti kühlt erstmal den Stich, der wird schon abheilen.

    Wir haben soweit einen entspannten Abend, leider geht unser Inverter noch kaputt. Ein Inverter ist ein Gerät, welcher die Energie der Autobatterie so umwandelt, dass sie wie eine Steckdose zuhause funktioniert. Viel läuft heutzutage über USB, aber für unser Küchenrührgerät brauchen wir die 230V aus der Steckdose. Auch die Laptops haben wir bisher darüber geladen. Der Inverter war schon etwas älter, aber hat eigentlich nichts auszustehen. In Nordamerika haben sie andere Steckdosen, mit einer anderen Spannung als in Europa, hoffentlich finden wir einen guten Ersatz.

    Sicht auf den See

    Der Platz am See sieht ruhig und entspannt aus, aber in der Nähe scheint es Schienen zu geben. Regelmäßig fährt ein Zug, der auch fleißig hupt. Bis 7:00 Uhr morgens ist es aber ruhig und wir schlafen entspannt.

    Ölwechsel

    Am nächsten Morgen stellen wir fest, dass wir ein Fenster offen stehen gelassen haben. Abends hatten wir wieder muckelige 30°C im Auto, soll ja keiner frieren. Auch mit offenem Fenster ist es morgens angenehm mit ca. 15°C im Auto, kaum vorstellbar, dass wir vor kurzem noch im Schnee waren.

    Es ist für den ganzen Tag Regen angesagt, was aber nicht weiter stört. Wir wollen heute in Moncton schauen, ob jemand unsere alte Kardanwelle repariert und eine Werkstatt für einen Ölwechsel suchen. Zuerst geht es zum Kardanwellen-Spezialisten, Reparatur wird mindestens 500C$ kosten, dann ist die wie neu. Die neue hat aber nicht mal 500C$ gekostet und wir wissen mittlerweile, dass sie nicht als Ersatz für die anderen Beiden passt. Wir entscheiden uns gegen die Reparatur und setzen drauf im Zweifelsfall wieder schnell Ersatz zu bekommen.

    Gegenüber ist direkt eine Oldtimer Werkstatt, diese hat leider keine Zeit für uns. Auch die abtelefonierten Kollegen sind bis Juni ausgebucht. Wie immer hier in Kanada ist der Mitarbeiter übertrieben hilfsbereit und gibt uns noch zwei Adressen mit, wo wir es probieren können. Bei der ersten kommen direkt Leute raus, um sich das Auto anzuschauen. Da wissen wir noch nicht, dass das die Mechaniker der Werkstatt in ihrer Mittagspause sind. Der Chef meint erst, er habe keine Zeit, aber einer der Mechaniker meint, ein Kunde habe abgesagt und somit können wir direkt zur Halle fahren.

    Wir werfen unsere Öl-Vorräte und die der Werkstatt zusammen, um auf die nötige Menge von 5,5l zu kommen. Den Ölfilter haben wir dabei und zusätzlich soll noch die Ölwanne eine neue Dichtung bekommen. Wir haben schon seit einigen Kilometern zu niedrigen Öldruck, was auf ein Problem im Motor hindeutet. Dafür muss aber das Motoröl raus und entsprechend sind wir etwas besorgt, was sich nun zeigen wird.

    So eine Hebebühne brauche ich auch zuhause

    Entsprechend der Erwartung sind wir wenig überrascht, dass sich Metallspäne in der Ölwanne befinden. Das scheinen Teile der Kurbelwellen-Pleuellager zu sein, zumindest meint das der Mechaniker. Man sieht auch leichte Abriebspuren an zwei Lagern, die wir uns anschauen. Auch wenn es schon Abrieb gibt, sieht alles sonst noch ganz gut aus, muss man zeitnah angehen, aber der Motor geht nicht sofort kaputt, wenn man noch etwas fährt. Das sehen vermutlich andere Leute anders, aber wir verlassen uns erstmal auf die Mechaniker hier.

    Auch wenn die Späne nicht gerade super sind, haben wir eine gute Zeit in der Werkstatt und unterhalten uns mit verschiedenen Mechanikern über alles mögliche. Wenn die Mitarbeiter unter sich sprechen, wechseln sie fließend zwischen Englisch und Französisch. Das nennt sich Franglais, darüber hat Bretti im Studium auch mal eine Hausarbeit geschrieben(vor 12 Jahren) und freut sich sehr, das nun zu hören. Einer von den Mechanikern beschreibt es wie folgt: “Wir suchen uns aus beiden Sprachen das einfachste und mischen dann alles”. Sie meinen auch, dass sie die Reparatur machen würden, man bräuchte bloß erstmal die Teile. Der Chef meint dann noch, sie hätten erst ab dem 25. Mai wieder Zeit. Das ist doch etwas lang bzw. wir müssen eh erstmal schauen wie es weiter geht. Sie schreiben uns noch auf, welche Teile wir benötigen. Das ist für mich wichtig, damit ich die genauen englischen Begriffe habe, nach denen ich suchen muss. Als wir wieder losfahren, kommen wieder alle raus und schauen. Wir waren hier das Highlight seit sicher einem Jahr meinten sie, spannender als der Audi R8. Wir sind jetzt wieder 300€ ärmer, eine Arbeitsstunde kostet ca. 130€ und fahren durch den Berufsverkehr Richtung des heutigen Stellplatzes.

    Apfelkuchen wie Zuhause

    Unser nächstes Ziel ist eine deutsche Bäckerei. Hier nehmen wir eine Brezel, Käsekuchen und ein Stück Apfelkuchen mit. Es gab auch sehr viel Brot, aber Graubrot oder Schwarzbrot gibt es auch hier nicht. Das Thema mit dem Motor lässt uns nicht los, also beschließen wir im selben Ort zu bleiben und an die Bay of Fundy zu fahren. Hier gibt es erstmal den Kuchen und die Brezel, wir hatten bisher nur gefrühstückt. Der Käsekuchen ist ok, der Apfelkuchen dafür ein Traum und wie ein Stückchen Heimat. Wer hätte das bei Apfelkuchen gedacht. Wir beschließen morgen direkt wieder dort vorbei zu fahren.

    Da jetzt erstmal Wochenende ist, haben wir genug Zeit unsere Möglichkeiten durchzugehen. Vor Montag packt uns eh keiner ein Paket zusammen. Grundsätzlich müssen wir erstmal schauen wo wir die nötigen Teile herbekommen und wie lange das Liefern dauert. In Deutschland können wir die auf jeden Fall bestellen, Lieferung dauert dafür lange und ist teuer. Es gibt in den USA einige Volvoshops, das hatte ich vorher schon recherchiert, mal sehen ob die alle Teile haben. Es gibt in Kanada auch Bootsmotoren, die auf dem gleichen Motortyp aufgebaut sind, wir checken also auch Bootzubehörshops.

    Mir ist beim Schreiben etwas schleierhaft wie ich die Ruhe dazu hatte, aber ich nutze den Abend noch, um ein Loch in meinen Handschuhen zu nähen und einem unserer “Haustiere” einen Hut zu verpassen.

    Den Hut haben wir beim Müllsammeln gefunden. Sieht super aus.

    Außerdem wird noch der neue LED-Blinker hinten links eingebaut. Bretti versorgt euch derweil mit einem neuen Instagram-Post. Da der April nun durch ist, ist es Zeit für unsere monatliche Kostenabrechnung. Bretti trägt noch alle offenen Beträge ein, Ergebnis: 1400€ über unserem angedachten Budget. Das ist leider wenig überraschend dank der Fährfahrten nach Newfoundland, dem Jahrespass für die Nationalparks und der neuen Kardanwelle. Wir beantragen wohl eine Budget-Erhöhung. 😀 Danach machen wir noch einen kleinen Spaziergang, bei mir wie so oft Migräneprävention.

    Blick auf Hillsborough
    Die alten Silos sind eins der Highlights des Ortes

    Fundy Nationalpark

    Heute wird es sonnig und wir frühstücken bei offenem Fenster. Außerdem erwischen wir die erste Mücke. Gut, dass wir vor fast alle Fenster auch Mückennetze machen können.

    Frühstück bei offenem Fenster

    Nach dem Frühstück fahren wir nochmal zur deutschen Bäckerei, in der Hoffnung noch ein Stück von dem leckeren Apfelkuchen und zwei Brezeln als Proviant für unsere heutigen Wanderungen abzustauben. Leider ist der Apfelkuchen aus, Laugenbrezeln bekommen wir aber. Vor dem Laden werden wir von Kanadiern angesprochen. Sie hätten unser Auto nun schon häufiger bei Facebook gesehen. Das artet ja schon zu einer kleinen Berühmtheit aus… Wir witzeln, dass es bald mehr Fotos von unserem Auto auf Facebook gibt als unsere eigenen, die wir so machen. Ein bisschen gestalkt fühlen wir uns allerdings auch. 😀

    Dann geht es zu unserem ersten Wanderstopp, Hopewell Rocks. Dort sind wir kurz erschlagen, von dem riesigen Parkplatz und der Infrastruktur für Besucher*innen. Im Sommer scheint hier richtig viel los zu sein. Es gibt dann sogar ein kleines Shuttle zum Aussichtspunkt. Zum Glück ist der Park jetzt noch “geschlossen” und der Andrang hält sich in Grenzen. Ein ehemaliger Parkmitarbeiter, der uns auf dem kleineren Parkplatz vor dem Park anspricht, versichert uns, dass wir auf jeden Fall reingehen können. So ganz die Logik, wann die Saison hier beginnt und warum Teile der Parkplätze geschlossen sind und andere nicht, verstehen wir immer noch nicht, zumal das Wetter nun echt gut ist.

    Felsformationen Hopewell Rocks

    Wir sehen hier schicke Felsformationen und mit dem Fernglas erspäht Bretti sogar Delfine. Die Freude darüber teilt sie auch gleich mit anderen Touris, die hinter uns stehen und sich als Deutsche heraustellen, aus Hamburg und Hildesheim. Die ersten deutschen Touris, die wir treffen. Unsere Gefühle schwanken zwischen “Och nö, jetzt geht die Touri-Saison los” und “Na gut, wir sind ja selber Touris”. Außerdem heißt das auch, dass mehr geöffnet sein wird.

    Im Dickson Brook gibt es sehr seltene Farne, die unter Wasser wachsen.
    Suchspiel: Wer findet Chris?

    Als nächstes fahren wir zum Dickson Brook. Uns erwartet eine kurze, aber sehr schöne Wanderung mit einem wunderschönen Flusslauf und Wasserfall und guten Erklärungen, 10 von 10. Der Straße vom Dickson Brook folgend sollte es eigentlich zum nächsten Startpunkt fahren, jedoch ist die Straße in der Off-Season gesperrt. Anstatt also dort zu parken, wo wir unsere Runde drehen wollten, laufen wir von einer anderen Stelle den Coastal Trail dorthin und wieder zurück. Der Trail verspricht mehr Küste als er bietet. Die meiste Zeit laufen wir durch einen schönen ziemlich steilen Wald, der uns am Ende dann zu einer Wiese mit Ausblick aufs Meer führt. Hier genießen wir unsere Laugenbrezeln bevor wir uns auf den Rückweg machen begleitet vom Keckern der Eichhörnchen. So eine Wanderung ohne durch tiefen Schnee zu stapfen ist auch mal ganz schön.

    Wander-Bretti in the woods
    Brezelpause mit Blick auf die Bay of Fundy

    Gegen 18 Uhr kommen wir wieder beim Auto an und fahren zu unserem Platz für die Nacht neben einer Wiese an der Bucht (eine Salzwiese?). Da mich die schräg abgefahrenen Reifen nicht in Ruhe lassen, versuche ich noch die Spur besser einzustellen, während Bretti schon mal anfängt zu kochen. Mit etwas Liebe und Öl wird der Mechanismus beweglich und wir stellen die Räder etwas weiter nach außen (weniger Vorspur). Die Annahme ist, dass die Reifen seitlich abgefahren werden, weil sie quasi nach innen gestellt sind, was wir nun hoffentlich zurückgestellt haben. Wir beobachten das weiter. Das Online Volvo-Forum hatte auch noch kaputte Radlager als Ursache angemerkt, diese scheinen aber in Ordnung zu sein (# Wackeltest). Wir beenden den Abend noch mit einem kleinen Spaziergang zum Strand.

    Flussdurchfahrten sind in New Brunswick wohl verboten, deshalb parken wir davor. Die Spuren sind nicht von uns. Wirklich. Gereizt hätte es uns aber schon ein bisschen.
    Regenpause nutzen bei Ebbe und ein bisschen Sonnenuntergang.

    Schwedisches Elch-TV in Kanada

    Das Geräusch der Regentropfen auf dem Dach verbreitet am nächsten Morgen Gemütlichkeit. Wir sind mittags zu einem Videocall mit Lutz verabredet, der uns im September besuchen will und haben nach dem Frühstück noch Zeit zu entspannen. Ich bin in meinem Newsfeed auf einen schwedischen Elch-Livestream gestoßen und den schauen wir uns eine Weile an. Elche sehen wir nicht, dafür ein paar Caribous, deren Fell im Gegensatz zu denen, die wir auf Neufundland gesehen haben schon recht braun ist.

    Nach dem Call machen wir uns auf den Weg zu einer natürlichen Quelle, um Wasser aufzufüllen. Der Wasserdruck ist sehr gering und es dauert recht lange. Das Wasser ist auch nicht 100% frei von pflanzlichen Partikeln, aber dafür haben wir ja unsere Filter. Besser als gechlortes Wasser schmeckt es allemal. Ein Vogel gibt uns mit seinem Pfeifen Tribute von Panem Vibes. Was für ein Vogel das wohl war?

    Der Platz sieht irgendwie auch schön urig aus, insbesondere mit dem leichten Regen dazu.

    Dann geht es weiter durch den Regen und Wind. Ziel ist ein Platz an der Labrador Bay in 100 km Entfernung nicht weit von Shediac entfernt, denn morgen wollen wir dort unser Glück bei ein paar Teilehändlern versuchen.

    An einem Hafen an der Labrador Bay. Das Foto ist schon vom nächsten Morgen. Am Abend davor war es super windig und hat richtig viel geregnet.
  • Woche 7 | Teil 1: Von Newfoundland in den Frühling

    Woche 7 | Teil 1: Von Newfoundland in den Frühling

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    Wasche wasche

    Wir starten sonnig in den Tag bei ganzen 4 °C, im Auto sind es zum Glück 17°C. Heute wollen wir waschen und Meter machen, also geht es direkt zum Waschsalon, der nur ein paar 100 m entfernt ist. Wir können direkt davor parken und alles läuft super. Bretti haut 3 Waschmaschinen durch und trocken bekommen wir auch alles, 45 Minuten Trockner werden uns davon auch noch von einer anderen Kundin geschenkt, die noch Restzeit übrig hatte. Das Personal ist hilfsbereit und für 15C$ kann man echt nicht meckern. In der Zwischenzeit tüdel ich am Auto rum, lüfte Staukisten und räume Dinge um. Man wundert sich ja, wie viel Platz entsteht wenn man richtig aufräumt. Wir werden beide natürlich auch aufs Auto angesprochen. Manche Klamotten kommen nicht in den Trockner und wir hängen sie im Auto auf. 7°C und Sonne fühlen sich schon richtig warm an, im Windschatten und mit langen Klamotten.

    Eine der Toploader-Waschmaschinen mit horizontaler Trommel

    Nach diesem erfolgreichen Start geht es auf Richtung Fährhafen Port aux Basques, wo wir auch vor 3 Wochen angekommen sind. Die Fahrt verläuft unspektakulär und wir wechseln uns beim Fahren ab. Wir hören momentan fleißig den Podcast Weird animals, klare Empfehlung. Im Ort angekommen holen wir noch Pizza ab, die ich online vorbestellt habe. Irgendwie habe ich mich mit der Größe vertan, zu der 12 Zoll Pizza (ca. 30 cm) kommen 21 Zoll Garlic Fingers, also ein großes Backblech ca. Kann ja mal passieren.😅 Wir wollen davon auch morgen auf der Fähre was essen, von daher passt das schon.

    30 cm sehen schon recht klein aus im Vergleich

    Durch das ganze Fahren haben wir viel warmes Wasser, welches wir direkt zum Duschen nutzen. Diesmal klappt alles wunderbar und wir müssen das Wasser nicht durch die Tür ablaufen lassen.

    Wieder eine Fährfahrt

    Dafür, dass wir mitten im Ort stehen haben wir ganz gut geschlafen. Wir frühstücken etwas Pizza und machen uns auf zum Hafen. Beim Check-in gibt es diesmal keinen “Security check”, dafür müssen wir unsere Möhren abgeben. Irgendwas ist hier im Boden, was nicht verbreitet werden soll, deshalb dürfen Möhren oder Kartoffeln die Insel nicht verlassen. Wir vermuten ja, die Securityfrau wollte sich einfach den Einkauf sparen.

    Wir treffen diesmal keine spannenden Leute an der Fähre und entsprechend vergehen das Warten vorher und die Fahrt selbst ereignislos. Es wird gelesen, Podcast gehört und aufs endlose Wasser geschaut. Es ist zwar mehr los als auf dem Hinweg, aber der Großteil des Schiffes ist trotzdem noch leer und die See ist diesmal deutlich ruhiger.

    Auf dem Fahrzeugdeck
    Vielleicht war uns etwas langweilig zwischendurch

    Da wir die Probleme mit dem nicht anspringenden Auto scheinbar gelöst haben, ist auch die Ankunft entspannt und wir fahren zum bekannten Platz in Florence. Hier liegt gar kein Schnee mehr und wir nutzen die untergehende Sonne für einen Besuch am Strand, das hatten wir beim letzten Mal nicht geschaft.

    Strand, aber immer noch kalt

    Mehr Strand

    Das Wetter soll heute wunderbar werden und deswegen wollen wir wenig im Auto sitzen und suchen uns einen schönen Stellplatz an einem nahen See. Der Bras d’Or Lake ist riesig und nimmt den ganzen inneren Teil von Nord Nova Scotia ein. Eigentlich ist der See direkt mit dem Atlantik verbunden also nur eine Bucht? Naja wir werden da mal nicht kleinlich sein. Bevor wir losfahren sehen wir noch einen Baby Fuchs im Garten nebenan und kurz darauf schaut auch das Muttertier vorbei. Hier auf der Ecke hatten wir auch beim letzten Mal schon einen Fuchs gesehen. Damals noch im Schnee und viel größer.

    Unser erster Stellplatzversuch am Bras d’Or Lake ist direkt super. Einfahrt eng und steil, aber das ist für den Volvo kein Problem. Ein bisschen weiter stehen hier einige dieser riesigen nordamerikanischen Wohnwagen. Wie sie die die Einfahrt heil runterbekommen haben ist uns ein Rätsel. Ich stecke kurz die Füße ins Wasser, ist immer noch kalt. Danach packen wir unsere Campingbank aus und genießen ein Bier in der Sonne. Wir sind schon um 12:00 Uhr angekommen, also bleibt viel Zeit für Entspannung und Dinge tun.

    Ich checke ein paar Sachen am Auto. Unsere vorderen Räder fahren sich ungleichmäßig ab, das ist natürlich ungünstig. Mit etwas Recherche und einem super hilfreichen Forum sind schnell mehrere mögliche Ursachen identifiziert, die wir die Tage angehen werden. Bretti sammelt derweil Müll, davon gibt es hier mehr als genug. Es kommen auch immer mal sinnvolle Dinge dabei hervor, die wir bestimmt mal gebrauchen können. So gesellt sich ein solider Nagel zu einem Hering, einem Hardplastik-Rohr, einem länglichen anderen Stück Plastik (was auch schon genutzt worden ist) und einem Haken. Das kann man sicherlich mal brauchen.

    Während Bretti Feuerholz sammelt und klein macht, kommt ein Hase vorbei gehoppelt. Der bleibt erst 5 m vor uns stehen, verschwindet dann aber auch ganz schnell. Bevor wir uns gemütlich ans Feuer setzen, mache ich noch eine neue Dessert-Kreation. Waldfruchtcreme auf Schoko-Kaffee-Waffeln. Nicht verkehrt aber nächstes mal wird’s doch wieder Oreokaffeecreme. Das Feuer brennt entspannt runter und wir machen es uns im Volvo noch gemütlich. Wir freuen uns auf die Tage, wo man abends lange am Feuer sitzt und die Sterne beobachtet.

    Platz mit Seeblick
    Auch die Windmühle hat Bretti beim Müllsammeln gefunden
    Mit unserer Buschbox haben wir schon in einigen Ländern Feuer gemacht. Im Gegensatz zu einem großen Feuer braucht man viel weniger Holz
    Feuer mit Fuß
    Karte Woche 7 Teil 1

  • Woche 6 | Teil 2: Von Pannen und Wanderungen

    Woche 6 | Teil 2: Von Pannen und Wanderungen

    Unsere erste Panne

    Wir haben leider keine Robbe mehr gesehen, dafür war es eine ziemlich ruhige Nacht. Nur unser Siphon vom Waschbecken ist wieder eingefroren, entsprechend war es ziemlich kalt heute Nacht. Das sieht man auch auf der windzugewandten Seite des Volvos, alles ist überfroren.

    Die Tür muss etwas überzeugt werden aufzugehen.

    Die Fenster sind so dick überfroren, dass wir sie nicht freigekratzt bekommen. Zum Glück haben wir nicht mit der Frontscheibe zum Wind geparkt, wir fahren erstmal so los. Bei unserer Toiletten- und WLAN-Pause am Visitor Center des Parks lässt sich das Eis auch mit etwas Überredung entfernen. Mit klarer Sicht durch die Seitenscheibe geht es weiter Richtung Tablelands.

    Teilweise war das Eis ziemlich dick.

    An den Straßen des Parks gibt es immer wieder Schilder zu den “Unfallgutachter-Elchen”.

    Unfallgutachter-Elch “Warnschild”

    Passend dazu sehen wir erst einen Wohnwagen, der gerade einen Reifen wechselt und kurz danach einen Elch am Straßenrand. So wie es aussieht, hat der Elch sein Gutachten schon erstellt und verzieht sich schnell ins Unterholz. Wir scherzen noch etwas darüber, freuen uns, wenn auch kurz, einen Elch gesehen zu haben und fahren entspannt im zweiten Gang die Bergstraßen hoch. Die Entspannung verfliegt urplötzlich, da das Auto komische Geräusche macht. Ich halte an und merke direkt, dass die Handbremse nicht funktioniert. War die vielleicht heiß gelaufen? Im Gegensatz zu anderen Autos, sitzt die Handbremse nicht an den Reifen, sondern bremst direkt die Kardanwelle zu den hinteren beiden Achsen. Wir sind an einer ziemlich steilen Stelle, entsprechend muss ich auf der Bremse stehen bleiben und Bretti schaut unters Auto. Die Kardanwelle, an der auch die Handbremse sitzt, ist an einem der Gelenke gebrochen. Die Situation ist maximal stressig, aber wir bekommen das zu zweit schon hin.

    Bretti klettert erstmal aufs Dach und holt die Bremsklötze vom Dach. Die sind in Deutschland für Fahrzeuge über 3,5t vorgeschrieben und wir sind gerade sehr dankbar, dass wir die nicht zu Hause gelassen haben. Jetzt wo das Auto gegen Wegrollen gesichert ist, kann ich die Bremse loslassen und fange an, unterm Auto die Reste der Kardanwelle abzuschrauben. Bretti holt in der Zeit Warnwesten und stellt das Warndreieck auf. An der Reihenfolge der Handlungen arbeiten wir nochmal. Es ist so kalt, dass ich die Muttern mit dem Werkzeug zwar lose bekomme, aber sie nicht abschrauben kann, meine Finger sind zu kalt. Bretti kriecht zu mir unters Auto und übernimmt den Rest. Ein normales Auto müsste jetzt abgeschleppt werden, die Kardanwelle überträgt die Kraft vom Motor auf die Reifen und ohne kann man nicht fahren. Wir schalten die vordere Achse dazu und fahren nun im “Allradmodus” langsam zur nächsten Parkbucht. Bei all der Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft, die wir bisher erlebt haben, sind wir sehr überrascht, dass niemand anhält und seine Hilfe anbietet. Beim Wohnwagen stand zum Beispiel schon ein weiteres Auto, sonst hätten wir angehalten und Hilfe angeboten.

    Was nun?

    Nachdem die potentielle Gefahrensituation vorbei ist, kommen wir etwas runter und schauen nach Werkstätten. Es gibt zum Glück einige in der nächsten Stadt, also machen wir uns mit 30 km/h auf den Weg. Es sind ca. 30 km nach Deerlake und während der Fahrt gehen wir mögliche Szenarien durch, wie es jetzt weitergehen könnte. Das bringt natürlich nichts, wir müssen erstmal schauen was die Werkstatt sagt, aber es hilft, positive Zukunftsszenarien zu erstellen, wenn die Zukunft sehr ungewiss ist. In Deerlake angekommen, scheinen wir direkt Glück mit der ersten Werkstatt zu haben. Ein Mitarbeiter nimmt die Welle mit und kommt kurz danach mit möglichen Szenarien wieder. Er kann das kaputte Gelenk ersetzen (ca. 50C$), da die Welle auch was abbekommen hat, sollte man diese aber überarbeiten lassen. Die Welle passt aber auch zu universal Kardanwellen, die sie verbauen. Das wäre natürlich teurer, aber wir hätten eine ganz neue Kardanwelle. Dass irgendwas am Volvo ein Standardteil ist, freut uns sehr, ungewöhnlich an dem alten Schweden. Wir entscheiden uns für beides. Neue Welle einbauen und alte soweit herrichten, dass sie im Notfall nutzbar ist. Wir finden beizeiten schon jemanden, der die für uns überarbeitet. Am nächsten Tag um 13 Uhr könnten wir wiederkommen und die Welle einbauen lassen. Kostenpunkt ca. 700C$. So richtig eine Wahl haben wir ja nicht und dann ist das Thema zumindest erledigt. Der Azubi (oder das kanadische Pendant) legt sich noch unters Auto, um die Reste der alten Welle abzuschrauben. Er findet den Volvo richtig cool und wir quatschen noch etwas.

    Auch mal schön, nicht selber unterm Auto zu liegen

    Es gibt hier nicht wirklich Auswahl an Stellplätzen, also fahren wir einfach etwas durch die Gegend und finden einen Platz im Wohngebiet am Fluss. Etwas viel Verkehr, könnte aber schlimmer sein. Nach diesem ereignisreichen Tag und mit der Hoffnung, morgen das Thema Kardanwelle abschließen zu können, lassen wir den Abend entspannt ausklingen.

    Volvo wieder einsatzbereit?

    Wir haben wie erwartet eher mittelmäßig geschlafen. Um die Zeit bis zum Werkstatttermin zu überbrücken, geht es mal wieder zu Tim Hortens. Der Kaffee ist soweit ok und es gibt freies WLAN. Ich (Chris) schreibe diese Zeilen hier und schaue noch nach Ersatzteilen. An der Pazifikküste Kanadas ist die Versorgung mit passenden Ersatzteilen irgendwie einfacher. Bretti regt sich derweil über Adobe und Windows auf. Genervt lässt sie den Laptop stehen und macht Instagram Posts (zum Insta Profil).

    Um kurz vor 13:00 Uhr machen wir uns auf den Weg zur Werkstatt. Vorort ist alles schon bereit und der Azubi schmeißt sich wieder unter den Volvo. Nach kurzer Zeit ist die neue Welle verbaut und die alte verstaut. Ich sag mal, gut dass die Berufsgenossenschaft nicht gesehen hat wie hier gearbeitet wird. Die Welle und der Einbau sind sonst aber top und wir quatschen wieder mal etwas. 450€ sind wir jetzt ärmer, aber es kann wieder Richtung Gros Morne National Park gehen, dort warten noch zwei Wanderungen auf uns.

    Die neue Welle ist noch so sauber
    Neues Gelenk, aber an der Hülse ist etwas Metall rausgebrochen

    Der Tag ist schon etwas voran geschritten, deswegen wollen wir uns nur noch einen Stellplatz suchen. Dies ist hier aber gar nicht so einfach, am Ende stehen wir wieder mal in einer Parkbucht am Straßenrand kurz vor dem Park mit super Aussicht. Bretti macht erstmal was zu essen und ich liege wieder mal mit Kühlpack auf dem Sofa rum, Migräne meldet sich mal wieder.

    Aussicht geht schon

    Etwas schlafen, Nudelsuppe und ein kleiner Spaziergang später geht es mir schon besser. Unser Blinker hinten links ist schon wieder kaputt, um zu prüfen, ob all unsere Ersatzbirnen Mist sind oder irgendwas mit der Seite nicht stimmt, wollen wir die Birne von der anderen Seite einsetzen. Die Birnen haben wir mit dem Volvo gekauft, sind vermutlich also schon älter. Leider gibt es die hier nicht, auch die sind ein Ersatzteil, welches wir erst an der Pazifikküste leichter bekommen. Noch haben wir aber eine, also starten wir mit dem Tausch. Während Bretti die Ersatzbirne im rechten Rücklicht tauscht, mache ich den linken Scheinwerfer kaputt. Die alten Kontakte der Fassungen halten nicht mehr in ihrem Plastik, komisch nach 48 Jahren. Das ist aber nichts, was man nicht mit Sekundenkleber regeln kann. Es werden alle Kontakte direkt erstmal von Korrosion befreit und dann alles in Kleber getränkt. Nach dem der Kleber trocken ist bauen wir alles wieder zusammen und es leuchtet vorerst wieder alles wie gewollt.

    Klebeaktion am Rücklicht

    Da die kleine Reparatur etwas eskaliert ist, entspannen wir nun einfach und genießen den Abend.

    Potentiell gibt es hier Robben zu sehen.(Es waren keine zu sehen)

    Der Boden ist Elchkacke

    An unserem heutigen Wandertag ist das Wetter leider nicht wirklich auf unserer Seite. Es ist windig und die Wolken hängen sehr tief. In der Nacht wurden wir auch schon durchgeschüttelt. Da in den nächsten Tagen auch keine Sonne zu erwarten ist, machen wir uns dennoch auf den Weg zum ersten Trail.

    Wir sind hier im südlichen Teil des Gros Morne National Parks, der durch ikonische Tafelberge, die Tablelands, geprägt ist. Leider sieht man von denen nur die Hänge, die Wolken hängen zu niedrig.

    Die Plateaus der Berge verschwinden in den Wolken

    Das zentrale Tal ist von einem Gletscher in die Berge geschnitten worden und die Weite sieht auch im Nebel spektakulär aus. Wir folgen der einzigen Straße des Parks immer weiter rein zum Green Gardens Trail. Am Parkplatz angekommen sehen wir überwiegend Nebel und Schnee.

    So richtig green ist hier nur unser Auto

    Der Weg schlängelt sich zuerst die Hänge des Tals hoch, um dann auf der anderen Seite bis ans Meer zu gehen. Insgesamt sind es 9km mit moderater Steigung. Ich hatte den Weg ausgesucht, da er potentiell durch seine Lage weniger eingeschneit sein sollte. Diese Idee geht auch erstmal auf und wir stapfen die ersten 1,5km bis zum höchsten Punkt des Weges durch mehr Schlamm als Schnee. Auf der Meer zugewandten Seite ändert sich die Situation sehr stark. Die Tablelands bestehen aus sehr metallhaltigem Gestein, was für die meisten Pflanzen zu giftig ist und so sehen die Landschaften hier eher hochalpin aus. Es gibt maximal an den Flüssen ein paar kleine Bäume und alles ist sehr karg . Auf der Meerseite gibt es zunächst kleine Büsche und später einen richtigen Küstenwald, der den Schnee viel besser festhält als die karge Landschaft davor. Entsprechend stapfen wir wieder fleißig durch den Schnee. Dieser ist zum Glück nicht so tief, anstrengend ist es aber trotzdem. Wir sehen alle möglichen Tierspuren, vermutlich auch von einem Schwarzbären, die gibt es hier zumindest. Sehen tun wir außer ein paar kleinen Vögeln keine Tiere.

    Meistens liegen so 50 cm Schnee, wovon das meiste zum Glück gefroren ist.

    Wir folgen dem Weg weiter Richtung Küste und je weiter runter es geht, desto weniger Schnee liegt und der Wald wird dichter. Wo der Weg nun frei von Schnee ist, sieht man, was darunter liegt. Es ist alles voll mit Elch-“Hinterlassenschaften”. Am La Manche Trail, hatten wir schon eine Stelle gesehen, aber hier ist der ganze Weg über mehrere Kilometer überseht davon. Entsprechend des Kinderspiels “Der Boden ist (Lava) Elchkacke” versuchen wir den ganzen Tretminen Auszuweichen.

    Alles in rot sind Haufen von Elchen

    Während wir unseren Hindernisparcours absolvieren hören wir langsam auch das Wellenrauschen und erblicken bald die Green Gardens.

    Man kann sich hier Zeltplätze mieten und die spektakuläre Aussicht genießen, aber aufgepasst, auch an den Zeltplätzen findet man Elchkacke.

    Zeltplatz ohne Elch dafür mit Bretti und schöner Aussicht
    Aussicht entlang der Küste
    Aussicht in die andere Richtung

    Früher haben die Menschen hier ihre Schafe grasen lassen, heute sind diese Wiesen mehr den Wanderern und den Wildtieren vorbehalten. Diese Wiesen geben dem Trail auch seinen Namen, auch wenn sie nach dem langen Winter noch nicht sehr grün sind.

    Wir machen uns auf den Rückweg und kommen ohne Elch-Begegnung geschafft aber zufrieden am Parkplatz an. Wir hatten zwischenzeitlich die Hoffnung gehabt, dass es auch oben etwas aufgeklart ist, aber daraus wurde nichts. Was sehr schade ist, denn es sollte noch eine zweite Wanderung geben und zwar den Tablelands Trail.

    Die Tablelands

    Wir fahren wieder zurück durch den Park und parken in der Zufahrtstraße zum Wanderparkplatz, denn diese ist nicht geräumt. Wer sich den Tablelands Trail bei Google anschaut, sieht viele Stege, die durch die Landschaft führen, diese waren alle unter Schnee begraben. Entsprechend stapfen wir auch hier wieder fleißig durch den Schnee, der nur von matschigen Passagen abgelöst wird. Unser Stimmung ist gut, auch wenn wir langsam etwas fertig sind und der Wind durch das zentrale Tal des Parks pustet. Generell ist der Weg viel stärker touristisch erschlossen. Es gibt Infotafeln, die erwähnten Stege und ab und zu sogar eine Brücke, die man im Schnee erstmal erkennen muss.

    Bretti auf dem Brückengeländer, furchtlos im Anblick des Abgrunds

    Wie so oft bei Wanderungen lohnt es sich sicher mehr bei gutem Wetter, aber es ist so auch was ganz besonderes. Die karge Landschaft mit den steil aufragenden Bergen in Kombination mit dem Schnee gibt uns einen unvergesslichen Eindruck.

    Tablelands Eindrücke
    Aussichtsplattform Suchbild
    An der Aussichtsplattform haben wir noch einen mini Schneemensch gebaut

    Wir genießen noch etwas den Anblick, aber es zieht uns bald wieder zurück. Wir sind langsam ganz schön platt und gemütlicher ist das Wetter auch nicht geworden. Also stapfen wir die 2 km mit ordentlich Gegenwind zurück zum Auto. Wir beide bemerken langsam unsere Oberschenkelmuskeln, das gibt sicher Muskelkater. Nicht mal gedehnt haben wir uns vorher. 😱

    Zum Abschluss des Tages wollen wir noch Essen gehen. Es hat allerdings fast alles zu, unabhängig davon was Google sagt. Wir landen im Back Room Cafe, das ist eigentlich nur die Wohnung hinter dem Dorfladen. Hier wird unser Bedürfnis nach frittiertem Fastfood gestillt und für mich gibt es Poutine. Typisch kanadisch scheinbar. Pommes mit Bratensoße und Käse drauf, das kann man machen.

    Wir fahren an unserem windigen letzten Stellplatz vorbei und suchen uns eine andere Parkbucht, die etwas mehr Windschutz verspricht. Mal abwarten wie die Nacht wird, kaputt genug für tiefen Schlaf sind wir auf jeden Fall. Knapp 23.000 Schritte haben wir heute gemacht, das hilft sicher beim schlafen.

    Der Gros Morne National Park war unser letzter geplanter Punkt auf Neufundland und deswegen geht es nun wieder Richtung Fähre. Wir werden noch einen Einkauf und Waschstopp in Corner Brook machen, aber dann wollen wir nach drei Wochen die Insel wieder verlassen. Mit der Hoffnung auf endlich wärmere Temperaturen im Süden, lassen wir den Tag gemütlich auf dem Sofa ausklingen.

    Corner Brook again

    Der Morgen zeigt sich so wie der gestrige Tag aufgehört hat, grau und wolkig, kurz schneit es sogar. Nach dem Losfahren klart der Himmel aber schnell auf und es scheint sogar die Sonne. Der Wetterbericht hat uns also mal wieder geärgert, den einen Tag hätten wir auch mit den Wanderungen warten können. Allerdings kann das Wetter in den viel höher gelegenen Bergen auch ganz anderes aussehen. So ist das nun mal, die beste Planung kann nie mit der Realität mithalten. Wir lassen uns nicht ärgern sondern genießen die Sonne beim Autofahren. Wir halten wieder am Highway zum Wasserauffüllen und diesmal habe ich auch dran gedacht ein Foto zu machen. Die meisten Quellen sind einfach nur Rohre die aus dem Boden kommen, aber hier gibt es einen extra langen Schlauch zum Einfüllen und eine Solarlampe. Die Quelle hat richtig viel Wasserdruck und so füllen wir die 80l in Rekordzeit nach.

    Die Quelle am Rande des Highways
    So parkt man hier. Ist vierspurig und Tempo 100, aber sehr wenig Verkehr.

    Bretti hat heute das meiste Fahren übernommen, ich übernehme nur für die Stadt. Mit den sehr steilen Straßen, ist das ständige Anfahren schon eine Herausforderung. Gerade der zweite Gang versteckt sich auch gerne zwischen Rückwärtsgang und dem vierten, das braucht Übung. Wir haben ja noch ein paar Kilometer dafür über.

    In der Stadt probieren wir mal wieder eine neue Supermarktkette, das war aber nichts. Wir bleiben wohl ab jetzt bei den bekannten. Der Waschsalon öffnet erst Montag, also fahren wir zeitig zum Stellplatz am Captain Cook historic Site. Wir kommen nicht ganz an, die Zufahrt ist zugeschoben, aber so stehen wir an einem Sportplatz mit Sicht über die Stadt. Da das sonnige Wetter sich gehalten hat, auch wenn es nur 2°C hat, laufen wir noch zum eigentlich Platz hoch. Endlich wieder durch Schnee stapfen, die Oberschenkel schmerzen, aber nicht zu doll. Die Aussicht von hier oben ist schon sehr nett, dafür steht man auch schief. Mit der Sonne gehen wir wieder runter zum Volvo und genießen den Abend.

    P.S. Auch bei Captain Cook liegt natürlich Elchkacke.

  • Woche 6 | Teil 1: Karibus 1, 2, 3 ganz viele

    Woche 6 | Teil 1: Karibus 1, 2, 3 ganz viele

    Bade- und Fahrtag

    Bretti ist vom gestrigen Badeerlebnis so begeistert, dass sie heute morgen direkt noch mal “rein springt”, also minimaler kurzer Wasserkontakt. Ich stecke nur meine Füße ins Meer und trinke dabei Kaffee, lange halte ich das am Stück aber nicht aus, es ist schon sehr kalt. Deswegen geht’s immer wieder aus dem Wasser, ist das schon eine Kneippkur?

    Der Stellplatz verabschiedet uns bei bestem Sonnenschein

    Heute fahren wir wieder weiter. 250km zum Alexander Murray Trail, den wir morgen bewandern wollen. Die Fahrt geht recht ereignislos an der schönen Küstenlandschaft entlang. Zwischendurch gibt es eine Kuchenpause, der Blinker hinten links geht mal wieder nicht und Bretti fährt das erste Mal in Kanada. Ich mache mich als Beifahrer und automatischer Scheibenwischerbetätiger auch nicht schlecht, sagt sie. Wir haben zwei Geschwindigkeiten beim Scheibenwischer, die sind aber meistens viel zu schnell. Deswegen habe ich jeweils Taster für Fahrer und Beifahrer eingebaut, mit denen der Wischer einmal wischt. So hat der Beifahrer auch was zu tun und man hat quasi eine automatische Regenerkennung mit einstellbarer Geschwindigkeit. Nicht schlecht für ein 48 Jahre altes Auto. Diese Automatik tendiert aber durch das Beobachten der schönen Landschaft und Tiere am Wegesrand dazu, gelegentlich Auszufallen.

    Wir stoppen mal wieder am Highway an einer Quelle und füllen unser Wasser auf. Dabei komme ich mit einem Einheimischen ins Gespräch. Er gibt sich extra Mühe akzentfreier zu sprechen, denn am Anfang verstehe ich nichts. 8 Fuß Schnee gab es diesen Winter, ca. 2,4 Meter. Auch den Einheimischen reicht es langsam mit dem Schnee und er versichert, das wars jetzt für dieses Jahr. Spoiler: Stimmt nicht, während ich das hier schreibe sind wieder ca. 5 cm gefallen. Das ist jetzt aber sicher der letzte Schnee, ab nächster Woche soll es wärmer werden. Auch das sagen unsere Wetter-Apps schon seit wir in Kanada sind.

    Mit vollem Tank geht es weiter zum Übernachtungsplatz. Dieser liegt wunderbar an einer Bucht, ist aber noch komplett eingeschneit. Entsprechend fahren wir weiter. Es findet sich leider kein Platz in der Nähe, Nähe heißt so ca. 30 km Fahrstrecke, sodass wir uns entscheiden, die Wanderung ausfallen zu lassen. In den nächsten Tagen stehen noch genug Wanderungen an. Nach der enttäuschenden Stellplatzsuche, entscheiden wir uns, auf Nummer sicher zu gehen und fahren einen Platz an, den wir schon kennen. Das heißt aber noch mal 100 km weiter fahren. Dafür ist hier der Schnee schon viel mehr getaut, so dass wir sogar den schöneren Platz nutzen können. Schlammig aber auf einer Insel mitten im See. Wir sind jetzt wieder auf der Ecke, wo wir auf dem Weg nach Osten das Karibu gesehen hatten.

    Wer hat mein Schloss gesehen?🏰

    Nach den 360 km Strecke wollen wir nicht mehr viel machen. Als ich nach dem Aussteigen die Fahrertür abschließen will, sehe ich dass das Schloss weg ist. Das muss seit dem letzten Stopp vor 100 km einfach rausgefallen sein. Dass man die Tür jetzt nicht mehr abschließen kann, ist unpraktisch, aber immerhin kann man die von außen jetzt auch nicht mehr auf machen, top. Dafür wird uns schon noch was einfallen. Unser Schlossverschleiß nimmt langsam echt wilde Züge an.

    Im roten Kreis ist theoretisch ein Türschloss

    Bretti hat schon Hunger und würde gerne einfach nur Nudeln kochen. Das kann ich mit Schokolade aber abwenden und bekomme Zeit, doch den ganzen Nudelauflauf zu machen. Während ich diesen zeitlichen Aufschub nutze, kommt noch ein älterer Herr mit seinem Pudel vorbei. Der Hund stört sich nicht am Matsch und möchte von Bretti gestreichelt werden. Süße Tiere und Schokolade sind der sicherste Weg eine hungrige Bretti bei Laune zu halten. Der Auflauf wird rechtzeitig fertig und das Unheil konnte wieder einen Tag abgewendet werden.

    Beim Abwaschen fängt die Pumpe an, komische Geräusche zu machen. Der Schlauch an der Pumpe ist abgegangen und sie hat fleißig Wasser ins Auto gepumpt. Das hat heute noch gefehlt. An der tiefsten Stelle im Schrank, wo die Kühlwasserschläuche vom Motor in den Koffer kommen. Da meine Abdichtversuche scheinbar nicht 100% erfolgreich waren, läuft das meiste Wasser einfach raus. Der restliche Inhalt des Schranks wird vorne in die Fahrerkabine geräumt und nach etwas wischen, stellen wir hier unseren Ventilator auf. Durch die Kühlwasserschläuche ist der Schrank nach der nächsten Fahrt auch schon wieder trocken.

    Auch dieser Platz verabschiedet uns mit Sonne

    Gros Morne Nationalpark

    Ich sammle noch die Reste des Schlosses aus der Tür und wir starten zum Gros Morne Nationalpark, das ist der bekannteste Nationalpark auf Neufundland. Wir haben gelesen, dass der Park auch im Winter teilweise geöffnet ist. Das bedeutet auch, dass man Eintritt zahlen muss, deswegen ist unser erstes Ziel das Visitor Center in Rocky Harbour. In den vielen Buchten des Parks soll es Robben geben und wir haben das Glück, eine schon bei der Fahrt zum Visitor Center auf dem Eis liegen zu sehen. Die Robbe verschwindet dann auch direkt in ihrem Atemloch. Wir haben viel gutes über die Visitor Center der Parks gehört und hier werden wir nicht enttäuscht. Es gibt viele Informationen über die Tierwelt des Parks und die geologische Entstehungsgeschichte. Wir werden mit Infomaterial und Karten überschüttet während das Gespräch mit der Mitarbeiterin immer weiter ins Französische abdriftet. Das Besucher-WLAN macht entspannt 300 Mbit Downloadgeschwindigkeit, was wir direkt nutzen, um die nächsten Spiele bei Steam runter zu laden und Fotos zu sichern.

    Wie gesagt kostet dieser Park auch Eintritt und wir entscheiden uns für den Discovery Pass. Damit hat man, neben anderen Rabatten, freien Eintritt zu allen National Parks und Historic Sites. Das sind schon einige, siehe diese Karte. Viele von denen stehen eh auf unserer TODO-Liste. Der Pass kostet 167C$ das sind ca. 104€, gilt für 12 Monate und gilt für bis zu 7 Personen. Finden wir fair und falls uns einer von euch besuchen will, seid ihr schon inklusive. Leider ist beim Drucken der Gültigkeitsaufkleber ein Fehler unterlaufen, sodass es nur welche bis 03.27 gibt. Bis 04.27 sollten wir eigentlich bekommen. Wir sollen dann einfach durchrufen, die Leute vom Visitor Center regeln das dann. Ja… wir sind mal gespannt. Potentiell sind wir dann eh nicht in Kanada, aber man weiß ja nie.

    Da das Wetter mittlerweile grau und kalt ist, wollen wir heute nicht mehr wandern, sondern fahren die Panoramastraße des Parks gen Norden. Die Sicht auf die Berge und das Meer ist wunderbar. Wir fahren bis zum the Arches Provincial Park um dort zu Übernachten.

    Aussicht und Kuchenpause

    Es sind wieder 100km, aber im Nationalpark darf man nicht übernachten, dafür lässt die Aussicht die Zeit schnell verfliegen. Es wird überall vor Karibus gewarnt, aber es zeigen sich erstmal keine. Bretti kann dann irgendwann zwei Tiere im Vorbeifahren erspähen, diese sind aber ziemlich weit weg. Als wir den Park nach Norden verlassen sind wir deswegen etwas enttäuscht. Kurz vor dem Übernachtungsplatz erspäht Bretti erst eins, dann noch eins und dann ganz viele Karibus, die recht nahe an der Straße auf einer Wiese rumliegen. Es bietet sich eine passende Parkbucht an, also stoppen wir direkt.

    Wie viele Karibus sind auf diesem Bild?

    Das Bild ist nicht optimal, die Karibus lagen mit dem Rücken zum Wind auf der Wiese rum, aber wer will es ihnen verübeln. Das hier dürfte ein Weibchen sein, die Männchen haben ihr Geweih nach der Brunft im Herbst schon abgeworfen.

    Bei der Kulisse würde ich auch in die andere Richtung schauen

    Wir beobachteten die Herde noch eine ganze Zeit und fahren dann weiter.

    Die Bögen des Arches Provincial Parks sehen schon cool aus, leider ist es hier extrem vermüllt. Wir sammeln ein paar Hände voll ein, aber es ist hoffnungslos. Bevor wir uns wieder in den Volvo verziehen, tausche ich noch die kaputte Blinkerbirne. Diese zerspringt beim Versuch des Ausbauens direkt, vermutliche hatte sie von vorne rein eine Macke. Die nächste Ersatzbirne ist auch schon kaputt, aber die letzten zwei sind heil. Langsam wird es Zeit, neue aufzutreiben. Die Sicht auf das Meer ist hier wunderbar und wir schauen der Sonne beim Untergehen zu. Es gibt Reste vom Nudelauflauf und wir testen die neuen Spiele. Es ist ein gelungener Abend.

    Eine Handvoll Müll
    Chris unter den Bögen
    Kleiner OKG (Ortskontrollgang)
    Sonnenuntergang

    Besuch auf dem Campingplatz

    Wie geplant soll heute gewandert werden, passend dafür ist es windig und es schneit bei maximal -1°C. Wir genießen noch die Aussicht aus dem Warmen beim Frühstück und dann geht es los zum Wanderweg. Wir hatten uns auf der Fahrt nach Norden noch ein paar Stellen markiert, wo man potentiell Robben beobachten kann. Diese mögen aber keinen Regen und scheinbar auch keinen Schnee. Da bleiben sie lieber im Wasser und liegen nicht auf den Felsen vor der Küste. Also gibt es für uns leider keine Robben zu sehen.

    An der Stelle, wo wir gestern die Karibus beobachtet haben, hängen immer noch einige ab. Scheint ein guter Platz zu sein. Der Wanderweg startet von einem der Nationalpark Campingplätze und bevor wir dort einbiegen trottet noch ein Karibu gemütlich über die Straße zu seiner Herde, die dort wartet. Die Mitarbeiterin des Visitor Centers hatte uns gesagt, dass der Campingplatz auch im Winter “auf hat”. Das bedeutet, dass man gegen Geld übernachten darf, es ein Plumpsklo gibt und das Küchenhaus offen sein sollte. Wir vermuten, dass hier diesen Winter noch niemand war, zumindest nicht mit einem Auto. Mit Allrad überwinden wir den Schneeberg vor dem Eingang und fahren zum Anfang des Trails. Hier suchen wir uns eine gemütliche Parzelle aus, es sind alle frei.

    Parzelle 22 mit Feuerschale und Picknicktisch

    Wir wollen hier den Coastal Trail wandern, dieser hat die besten Chancen, nicht eingeschneit zu sein. Der Weg führt zuerst durch den Küstenwald und dann hinter dem Strand entlang. Im Wald gibt es zwar einige hohe Schneewehen, aber diese sind komplett eingefroren. Anstatt im Schnee einzusinken, müssen wir hier eher aufpassen, nicht auszurutschen. Der Hinweg ist richtig schön und uns ist angenehm warm. Ein paar Gänse sind nicht sehr begeistert von unserer Anwesenheit, machen aber nach etwas Geschnatter auch Platz. Nach ca. 3km erreichen wir das Ende und machen uns auf den Rückweg. Mittlerweile haben Schnee und Wind ordentlich zugenommen. Der Wind bläst uns fleißig ins Gesicht und unsere Spuren sind unter neuem Schnee verschwunden. Zum Glück kommt einem der Rückweg immer kürzer vor und wir erreichen zufrieden das Auto.

    Winterwonder Wald
    Gut eingepackt durch den Schnee
    Es könnte auch Dänemark sein
    Chris im Schnee

    Wieder am Auto entscheiden wir uns gegen eine zweite Wanderung und fahren nach Norris Point. Hier stehen wir direkt am Wasser und hoffen, noch eine Robbe zu sehen. Morgen geht es in den südlichen Teil des Parks zum Tablelands Trail. Kalt und grau soll es weiterhin sein, aber dafür weniger schneien. So zumindest der Plan, wie das geklappt hat lest ihr in Teil 2.

    Unsere Strecke