Frühstück ohne Mücken
Wir frühstücken in der Sonne mit dem Blick auf den See, ganz ohne Mücken. Wir genießen das sehr, so stellt man sich das vor. Nach dem entspannten Frühstück geht es wieder los. Erstmal müssen wir von unserem schönen Platz wieder los.
Wir folgen dem Trans Canada Highway Richtung Manitoba. Am Straßenrand geht ein Schwarzbär gemütlich seines Weges. Das macht Bär Nummer zwei. Die Wälder von Ontario weichen den weiten Feldern von Manitoba. Zwischen Ackern gibt es immer wieder Koppeln mit Rindern und sogar eine Bisonfarm. Hoffentlich sehen wir die Tiere noch in freier Wildbahn, also im Nationalpark.
Wir stoppen am Mittelpunkt Kanadas, also Mittelpunkt Ost/West. Die Strecke von hier nach St John’s auf Neufundland, dem östlichsten Punkt Kanadas, beträgt 4.400km. Wir sind bisher 10.000 km in Kanada gefahren. Paar kleine Umwege.


Nach einem reinen Fahrtag kommen wir in Winnipeg an. Es ist schon recht spät, deswegen kaufen wir nur noch Lebensmittel und wie sollte es anders sein, Autoersatzteile, eine neue Ersatzblinkerbirne muss her. Wir übernachten mitten in der Stadt, denn Morgen ist Waschtag.
Waschtag und Lake Jackson
Nachts hat es geregnet, entsprechend springt der Volvo schlecht an. Als das klappt, geht es zur Wäscherei. Wir können günstig und zügig waschen und trocknen. Auch wenn alles gut klappt, dauert Waschen immer recht lange und wir fahren nur noch 100 km zum Lake Jackson. Vom Highway geht es direkt auf eine Dirtroad. Diese ist nach dem ganzen Regen schön schlammig, ergibt vermutlich Sinn, dass hier alle 4×4 Fahrzeuge fahren. Unser Volvo hat hier keine Probleme, sieht nur aus wie Sau.
Unser Übernachtungsplatz ist direkt an einer Badestelle. Zusätzlich gibt es hier ganz viele Erdhörnchen und wir machen ganz viele Bilder. Während des frühen Abends kommt ein älterer Herr vorbei, mit dem wir, kanadisch ganz untypisch, ziemlich lange quatschen.


Am nächsten Morgen frühstücken wir am vorhandenen Tisch und die Erdhörnchen wuseln um uns rum. Wir gehen noch baden und dann geht es weiter. Heute soll es als nächsten Stopp zum Spruce Woods Provincial Park gehen, dafür hat Google uns eine nette Strecke über “Landstraßen” rausgesucht. Aber vorher noch süße Erdhörnchen Bilder.


Eine ganz normale Straße
Die Strecke zum Provincial Park ist mit 37 km verhältnismäßig kurz. Landstraße fahren heißt hier Dirtroad fahren, das ist zwar holpriger, dafür mal was anderes. Wir fahren ja eh nur 70km/h auf dem Highway und auf den Dirtroads kann man gut 60 km/h fahren. Dann rumpelt es sich über die Wellblechpisten auch nicht mehr so doll. Die Route startet auch wie erwartet, wandelt sich aber schnell zu einem größeren Offroad-Abenteuer als der Trans Canada Trail. Auch wenn wir noch durch die Kulturlandschaft fahren, sind die Pfützen auf dem Weg sehr tief und schlammig, dazu gibt es ordentlich sandige Passagen.
Über sandige Hügel geht es immer weiter. Chris meint, einen Truthahn erspäht zu haben, aber dieser verschwindet schnell wieder im Gebüsch. Nach einiger Zeit stehen wir vor einem Schild mit der Aufschrift: “Provincial Park permit required”. Bretti recherchiert den Permit und wir fahren weiter. Den müsste man eigentlich ausdrucken, aber naja, wir kaufen den Permit für 10C$ und schauen mal, ob überhaupt jemand danach fragt. Der Weg ist ziemlich zugewachsen. Der Dachträger und der Lack gehen mit der Natur auf Tuchfühlung.
Nachdem der Baum mit unserer Akkukettensäge aus dem Weg geräumt wurde, wird der Wald lichter und das Fahren wird angenehmer. Der Weg geht abwechselnd durch Wiesen und Wälder, alles ganz nett. Gut, dass Google uns hier lang geführt hat.
Angekommen am eigentlichen Ziel, dem Spirit Sand Dünen Wanderparkplatz, stellen wir fest, dass wir den Permit hier eh zum Parken brauchen, dafür muss der aber gedruckt werden. Das geht immerhin beim 4 km entfernten Campingplatz. Die Wanderung zu den Dünen ist kurz, aber schön und erinnert an Dänemark.



Zurück am Parkplatz geht es wieder los, immer weiter nach Westen. 300 km sollen es heute noch werden und wir vertreiben uns die Zeit mit Podcasts und Diskussionen über diese.
Im Verlauf der Fahrt, scheint der Motor beim Beschleunigen über 70km/h nicht genug Benzin zu bekommen und hat Zündaussetzer. Da es bis 70 keine Probleme gibt, fahren wir erstmal weiter, das ist ein Problem für Morgen.
Gegen 19:00 Uhr erreichen wir unseren Platz. Er ist an einem Lehrpfad über die ursprüngliche Prärie. Auf diesem kleinen Streifen Land umgeben von Agrarlandschaft, versucht man den ursprünglichen Zustand zu erhalten. Das klingt sehr spannend, aber für heute sind wir zu müde. Auch zum lange Kochen haben wir keine Lust, es gibt Nudeln mit Pesto. Das schmeckt gleich doppelt so gut, denn wir sitzen mitten in der “Prärie”.



Wir sind wieder in einer neuen Zeitzone angekommen, auch wenn diese eigentlich noch 3 km entfernt ist. Unsere Technik ist sich also wieder uneinig, aber das macht heute nichts mehr, denn wir gehen nun ins Bettchen. Die Polarlicht-App meldet sich noch später am Abend, aber der leicht rot/grüne Schimmer kann uns auch nicht mehr aus dem Auto locken. Morgen geht es mit neuer Energie weiter und das lest ihr dann in Teil 2.


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