Woche 24 | Teil 1: Einschlägige Ereignisse auf steinigen Wegen | 20.349 km

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1000 mal getroffen, 1000 mal ist nichts passiert

Nach dem Frühstück starten wir zur ersten Tankstelle, bei der es wieder Premium Benzin gibt. Fazit unseres Experiments mit Oktanbooster & Regular Benzin: Wenn man den Oktanbooster deutlich höher dosiert als angegeben, kann man das für Notfälle mal machen, dann lohnt es sich preislich allerdings nicht gegenüber Premium, außer der Preisunterschied zu Regular ist sehr hoch. Wir werden eine Flasche Oktanbooster als Vorrat zurechtlegen, falls es mal wieder nur Regular gibt.

Wir fahren wieder durch die ganzen Baustellen und dann passiert es. Ein entgegenkommender LKW schießt einen Stein so gegen unsere Frontscheibe, so dass ein kleiner Riss entsteht. 20.000 km durch Kanada, inkl. der Steinschlagstraße Nr. 1, dem Dempster-Highway, hatten wir unbeschadet überstanden und nun ist es passiert. Kann man nichts machen, wir haben ja noch das Scheiben-Reparatur-Set am Start, damit versuchen wir das heute Abend zu flicken.

Der LKW auf dem Bild war nicht der Übeltäter
Sieht zum Glück nicht ganz so schlimm aus

Vorher halten wir noch am Straßenrand für einen Geburtstagscall mit Brettis Eltern. In Deutschland ist es jetzt 0 Uhr, bei uns 15 Uhr nachmittags. Wir schnacken 1-2 Stunden, dann geht’s in Deutschland auch mal ins Bett. Wir machen noch Mittag und dann geht’s weiter.

Bei uns scheint die Sonne, in Deutschland ist es Nacht
Wie auf hoher See

Wir düsen durch bekannte Landschaft zu einem Platz, wo wir auf dem Hinweg schon gestanden haben. Dort angekommen stehen wir wieder gemütlich neben einem Fluss und versuchen uns erstmal an der Scheibenreparatur. Das Endergebnis wird man erst morgen sehen. Nun haben wir noch einen ruhigen flauschigen Abend.

Altbekannter Platz

Bretti bohrt in Kacke rum

Morgens zeigt unser Thermometer zum ersten Mal Minusgrade. Man merkt, es wird jetzt schnell Herbst. Dementsprechend baden wir diesmal auch nicht im Fluss, sondern fahren direkt nach Whitehorse. Wir tanken, waschen und gehen endlich mal wieder in einem großen Supermarkt einkaufen, entsprechend groß ist auch der Einkauf. Gegenüber des Waschsalons gehen wir spontan essen. Es gibt Bisonburger, schmeckt wie Rind (surprise), aber lecker. Wir wollten noch ein YouTube-Video im freien WLAN hochladen, aber Chris Laptop hat einen Sprung im Display. Keine Ahnung, wie das passiert ist. Wir werden die Tage versuchen, ein neues Display zu organisieren. O-Ton Chris:”Das zu reparieren, kann ja nicht so schwer sein.” Gut, dass wir zwei Laptops mithaben, so müsst ihr nicht auf unsere Reise-Anekdoten warten. Zwei Laptops kamen uns zwar schon immer übertrieben vor, nun ist es aber ganz praktisch.

Wir fahren noch 40 km in Richtung Kluane Nationalpark, wo wir die nächsten Tage verbringen wollen. Heute verbringen wir die Nacht aber noch vor dem Park am Takhini River. Am Stellplatz befindet sich eine große Vielfalt an tierischen Hinterlassenschaften, in denen Bretti erstmal herumbohrt. Zur Analyse, das ist Wissenschaft. Ergebnis: “Nicht mehr frisch, vermutlich Pferd und Wapiti/Caribou/Deer.”

Nach dieser wissenschaftlichen Exkursion, planen wir die nächsten Tage und machen uns einen entspannten Abend im Auto. Bretti näht dabei ihren Kopfkissenbezug, den hat sie durchgeschlafen, vielleicht ist der Stoff auch einfach langsam alt.

Offroad im Kluane-Nationalpark

Heute geht es nach Haines Junction ins Visitor Center des Kluane-Nationalparks. Wir haben null Plan, schauen uns erstmal das Center an und lassen uns von den Mitarbeiterinnen beraten. Das Center ist wieder richtig toll gestaltet und wir lernen viel über Pflanzen, Tiere, Menschen und Geschichte der Gegend.

Ausblick aus dem Visitor Center
Viele Infos über die Geschichte der Konflikte zwischen First Nation & europäischen Siedlern. Alles dreisprachig, englisch, französisch und die Sprache der Natives hier.

Die Mitarbeiterin empfiehlt uns zwei Wege, die wir auch mit dem Auto fahren dürfen, die seien aber eher was für Offroad-Fahrzeuge. Das lassen wir uns doch nicht entgehen. Für ein potenzielles Lagerfeuer inkl. Grillung, kaufen wir noch Bison-Bratwurst und stoppen bei der lokalen Bäckerei. Die begeistert uns sehr. Sie hat richtig guten Kuchen, eine coole Atmosphäre und es gibt regelmäßig Live-Musik. Auf dem Rückweg kommen wir hier bestimmt nochmal vorbei.

Sogar der Kaffee schmeckt gut. #Chrisapproved

Frisch gestärkt geht es ins Alsek-Valley auf den ersten Offroad-Trail. Es ist der einfachere von beiden, ca. 30 km Hin- und Rückweg. Wir hoffen entlang des Weges außerhalb der Parkgrenzen einen Übernachtungsplatz zu finden, dann müssen wir auch nicht den ganzen Weg auf einmal wieder zurück fahren. Der Weg startet mit zwei kleinen Flussdurchquerungen. Es sind unsere ersten richtigen Flussdurchquerungen, wir sind entsprechend etwas aufgeregt und laufen einmal durch. Es klappt aber alles ganz entspannt. Das beschreibt den ganzen Weg eigentlich ganz gut. Wir werden gut durchgeschüttelt, aber sonst gibt’s keine herausfordernden Stellen. Die Flussbetten sind überwiegend trocken. Wir haben die ganze Zeit einen richtig tollen Blick auf die Berge und den Alsek River, an dem wir ein Stück sogar direkt entlang fahren können. Auch wenn wir hier in einem der Hauptgebiete für Grizzlys in Kanada unterwegs sind, begegnen uns keine. Ein Murmeltier und zwei Mountainbiker kreuzen unseren Weg. Die Fahrradfahrer überraschen uns ganz schön, wir hatten nicht damit gerechnet, hier jemandem zu begegnen.

Bretti prüft die Wassertiefe, bevor wir durchfahren.
Der Weg ist versperrt… Die Rillen im Hang sind Überbleibsel eines ehemaligen Seeufers.
Freie Fahrt für freie Wähler oder so
Ein Murmeltier, gut getarnt
Kleine Pause direkt am Alsek River

Am Ende der 15 km veranstalten wir ein etwas umständliches Wendemanöver, ein Hinweis auf das Ende des Weges kurz vorher, wäre ganz nett gewesen, da hätte man noch ganz enstpannt umdrehen können. Wir finden auf dem Rückweg kurz hinter der Parkgrenze einen Platz mit wunderschöner Aussicht. Hier übernachten wir. Wir lassen diesen Tag und Blogbeitrag mit Resteessen und dem Spiel Piraten kapern ausklingen. Ob wir es auch wieder zurück durch die Flüsse zum Highway geschafft haben, lest ihr in Teil 2.

Mount Martha Black links und Mount Archibald rechts
Mount Martha Black
Die Offraodtracks kennt Google Maps nicht und entsprechend fehlen sie auf der Karte

Comments

2 responses to “Woche 24 | Teil 1: Einschlägige Ereignisse auf steinigen Wegen | 20.349 km”

  1. holger Avatar
    holger

    Habt ihr denn auch das geisterflugzeug gesehen, dass bei Google maps halb zu sehen ist?
    Einen Flugplatz kann es da ja nicht gegeben haben

    1. Chris & Bretti Avatar

      Ja haben wir gesehen, wir würden mal annehmen, dass das im Flug fotografiert ist? Sieht auf jeden Fall spannend aus, sowas haben wir sonst noch nie gesehen

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