Wasserstandheizung

Floor heating

Ich(Chris) habe kaum Informationen zu Wasserstandheizungen für Wohmobile online gefunden, die mir wirklich weiter geholfen haben. Auch die kostenpflichtigen Artikel vom Explorer sind wenig hilfreich. Ich hatte einen anderen Hobbyausbauer angeschrieben, der auf seinem Blog über den Ausbau berichtet hat, aber als ich nach Details für die Dimensionierung gefragt habe, kam nur, dass er das mit einen Experten gemacht hat und mir dies auch empfiehlt.

Außer dass Wasserinstallationen ständig irgendwo undicht sind, ist so eine Heizungsinstallation kein Hexenwerk. Ich möchte hier meine Erfahrung weitergeben.

Vorweg ich bin kein Heizungsinstallateur und lerne den ganzen Kram beim Machen.

Unsere Situation

  • Wohnraum 3,5m x 1,7m x 1,8m=10,3 m³ zu heizen
  • Dämmung mit Schafwolle und Armaflex im Boden
  • 4 von 6 Fenstern doppeltverglastes Plastik
  • Kein Gas (Wir haben einen Benziner Motor und Gasflaschen nerven im Ausland.)
  • Motorkühlwasser liegt schon absperrbar im Aufbau

Ziel

  • Wasserheizkreislauf inklusive Fußbodenheizung
  • Warmwasser mit erzeugen
  • Heizung und Warmwasser abschaltbar
  • Zusätzlich heizen und Warmwasser durch Motorabwärme

Dimensionierung

Als eigentliche Heizung haben wir eine “Autoterm Flow 5D”. Ist nicht die billigste, aber bisher habe ich nur gute Erfahrungen mit Autoterm gemacht. (Zumindest mit den Heizungen, das Comfort Control Panel ist ein anderes Thema). Zusätzlich finde ich gut, dass die Umwälzpumpe seperat und auch einzeln schaltbar ist.

Die Heizung hat 5kW Leistung was völlig übertrieben ist, aber auch andere Anbieter sind nicht wirklich kleiner. Dazu haben wir 5,8m “Alde Konvektoren” gekauft. Diese haben eine Leistung von 400W/m d.h. 2,32 kW Leistung. Diese Größe haben wir nicht irgendwie berechnet sondern ergibt sich aus dem Platz, den wir dafür vorgesehen haben. Zusätzlich haben wir noch eine Schleife Fußbodenheizung im Boden verlegt(Bild 2). Dieses Rohr liegt in “Alde Fußbodenblechen”, ob die was bringen kann ich nicht wirklich sagen. Generell hatten wir keine Erfahrung mit Alde, man findet jetzt auch nicht wirklich Erfahrungsberichte aus dem Selbstausbauerbereich. Das Problem mit Alde wie auch mit allen anderen Womo-Ausstattern sind die völlig überzogenen Preise für keine tolle Qualität. Die Bleche und Konvektoren sind billigstes Material und sie nutzen extra Durchmesser (z.B. Schlauchanschlüsse), die keine Standardgrößen im Hausbau sind, damit man alles schön überteuert von denen kaufen muss. Genrell sollte man sich fragen, ob einem das die Sache Wert ist, die Kleinteile läppern sich ordentlich. Teileliste und Preise schreibe ich ans Ende.

Bevor ich zum Aufbau komme, einmal zwischendurch: Wir sind sehr zufrieden mit der Heizung/Motorwärme Kombination. Wenn man die Preise und den Ärger über die Qualität der Teile verdrängt hat, kann man sich sehr drüber freuen 😉 Nach einer längeren Fahrt haben wir im Aufbau schnell 30°c und das warme Wasser hält die Wärme auch noch einige Zeit. Entsprechend sind wir damit hoffentlich gut auf Nordamerikas Winter vorbereitet.

Der Aufbau

Wir haben jeweils zwei Konvektoren übereinander gelegt(Bild 1), wobei das Wasser in einem hin und im anderen direkt zurück fließt. Davor sitzt jeweils ein Entlüftungsventil (à 25€…). Da die Konvektoren aus billigsten Blech gefertigt sind(siehe Bild 4), haben wir diese jeweils noch mit Lochblech verkleidet.

Bild 1. Eingebaute Konvektoren mit Schutzblech und Entlüftungsventil

Bild 1. Eingebaute Konvektoren mit Schutzblech und Entlüftungsventil

Bild 2. Übersichtsbild auf die Heizung. In die Bodenplatte ist ein Schlitz gefräßt für die Fußbodenheizung. Links und Rechts der Leitungen sind später Möbel, in den die Konvektoren teilweise verschwinden.

Bild 2. Übersichtsbild auf die Heizung. In die Bodenplatte ist ein Schlitz gefräßt für die Fußbodenheizung. Links und Rechts der Leitungen sind später Möbel, in den die Konvektoren teilweise verschwinden.

Bild 3. Anschlussfußbodenheizung an Warmwasserschlauch. Der Doppeladapter passt nicht und wurde später durch Baumarkt-Bedarf getauscht. Der Adapter ist für die "Alde Fußbodenheizungsmatten". Die schwarzen Schläuche sind der Heizungszulauf (HZ) und Heizungsrücklauf (HR). Links im Bild kann man erahnen, dass der Zulauf in den oberen Konvektor geht und der Rücklauf in den unteren.

Bild 3. Anschlussfußbodenheizung an Warmwasserschlauch. Der Doppeladapter passt nicht und wurde später durch Baumarkt-Bedarf getauscht. Der Adapter ist für die “Alde Fußbodenheizungsmatten”. Die schwarzen Schläuche sind der Heizungszulauf (HZ) und Heizungsrücklauf (HR). Links im Bild kann man erahnen, dass der Zulauf in den oberen Konvektor geht und der Rücklauf in den unteren.

Bild 4. Die Konvektoren noch im Karton. Die Bleche sind super dünn und sind deswegen verbogen (gab auch etwas Geld zurück). Hier sieht man, dass das Wasser nur in der Mitte fließt und die Lamellen nur die Oberfläche vergrößern.

Bild 4. Die Konvektoren noch im Karton. Die Bleche sind super dünn und sind deswegen verbogen (gab auch etwas Geld zurück). Hier sieht man, dass das Wasser nur in der Mitte fließt und die Lamellen nur die Oberfläche vergrößern.

Verbindung zum Motor

Wie schon gesagt ist der Heizwasserkreislauf im Koffer direkt mit dem Motorkühlkreislauf verbunden. Man hätte hier auch einen Wärmetauscher einsetzen können (würde einem sicher ein Experte zu raten), aber bisher läuft das auch super so und orginal ist es eben auch so. Es gibt aber Absperrhähne, falls der Kreislauf im Koffer mal undicht sein sollte. Der Motor scheint auch kein Problem damit zu haben, das Wasser durch den Kreislauf zu pumpen. Zusätzlich können wir aus dem Koffer und aus der Fahrerkabine zwei elektrische Kugelhähne schalten (die sind von Usolid, bin sehr zufrieden), um den Zulauf vom Motor zum Heizungskreis freizuschalten und um die Autoterm Heizung aus dem Kreislauf zu nehmen. Entsprechend schalten wir beim Fahren, wenn der Motor warm ist, die Heizung im Koffer zu und können über ein Thermometer schauen, wann es uns warm genug ist. Um die Heizung im Sommer zu deaktivieren, aber trotzdem im Boiler warmes Wasser zu erzeugen, haben wir noch zwei manuelle Kugelhähne verbaut.

Als zusätzlichen Benefit haben wir in unserem Wassertechnikschrank jetzt einen “Trockner”. Wenn das 90°C heiße Wasser vom Motor dort verteilt wird, trocknet alles super schnell. Sehr praktisch. Wie wir das im Sommer finden wird sich dann zeigen.

Wenn Interesse an einem Plan für das ganze Wasser-Setup existiert, kann ich den auch nochmal zeichnen.

Bild 5 vom "Trockner" / Wassertechnikschrank

Bild 5 vom “Trockner” / Wassertechnikschrank

Preisübersicht

WasPreis


Boiler
423,00 €
Autoterm Flow 5d mit Comfort Control 770 €
Kleinteile (z.B. Entlüftungsventil, Konvektoren)360,70 €
Schläuche175,33 €
Ausgleichsbehälter37,24 €
Doppelnippel(mehrere)19,68 €
Kugelhähne106,78 €
1x U-Schlauch (verbinden von jeweils zwei Konvektoren)25,86 €
Fußbodenheizungsanschluss31,55 €
Konvektoren168 €
Summe2118,14 €

Die Auflistung kommt zustande je nachdem, was ich zusammen bestellt habe. Natürlich habe ich auch noch ein paar Reste über, zum Beispiel von den Schläuchen. Es ist vielleicht billiger direkt alles aus dem Hausbedarf zu nehmen. Die Preise von Alde sind einfach doll. Für 2x U-Schlauch und die zwei Entlüftungsnippel(mit Schlauch) ist man entspannt 100€ los. Zusätzlich kommen viele Doppelnippel(Schlauchverbinder) damit man diese speziellen Durchmesser auf Standard-Durchmesser adaptiert. Ohne die Autoterm, den Boiler und die Konvektoren habe ich noch ca. 750€ für “Zubehörteile” ausgegeben.

Wenn man ohne Hersteller wie Alda auskommt, würde ich das aber definitiv wieder machen.